Ibiza-Affäre: Kremser als „Kronzeuge“. Sascha Wandl bildete jenen Detektiv aus, der Heinz-Christian Strache zu Fall gebracht hat. Die NÖN traf den Spionage-Spezialisten, der seine Ausbildung in Israel genoss.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 28. Mai 2019 (04:11)
APA (SPIEGEL/SÜDDEUTSCHE)
Das "Ibiza-Video" sorgte für Aufregung in Österreich und auch im Ausland.

Aschauer
Sascha Wandl trifft Ibiza-Detektiv Julian H. Ende Juni im Landesgericht Krems.

Auftritte im Fernsehen, Medienanfragen aus ganz Österreich und ein Artikel in der deutschen „Bild“-Zeitung – Sascha Wandl entwickelte sich in den vergangenen Tagen zu einem Schlüsselinformanten der Ibiza-Affäre. Der 47-Jährige kommt ursprünglich aus Mautern und lebt seit 30 Jahren in Krems. Detektiv Julian H., der als Produzent des Videos gilt, sei von ihm ausgebildet worden. „2013 oder 2014“ hätten sich die Wege das erste Mal gekreuzt, sagt Wandl. Er habe den „hochintelligenten Leichtkriminellen“ dann bald als Mitarbeiter und Geschäftspartner in seiner Sicherheitsfirma aufgenommen.

Dass es tatsächlich H. ist, der im Video als Bekannter der Oligarchennichte auftritt, ist für Wandl gewiss: „Er ist ein Mann, der nie einen Gürtel trägt und keine Socken anhat. Das war auch auf Ibiza so.“

Wandl bewegte sich mit den Dienstleistungen seiner Firmen „Die Gruppe Sicherheit GmbH“, die 2016 in Konkurs ging, und der Konsic GmbH, bei der heute H. Geschäftsführer ist, immer wieder auf illegalem Boden. Hackerangriffe und Einbrüche gehörten dabei zum Geschäft. Ende Juni muss sich Wandl, der seine Ausbildung an einer Sicherheitsakademie in Israel genoss, wegen Industrie-Spionage vor dem Landesgericht Krems verantworten. Dort dürfte er dann auch auf H. treffen, der als Zeuge geladen ist. „Ich blicke dem Aufeinandertreffen sehr gelassen entgegen.“

In Krems und Umgebung habe es nie Aktivitäten seiner Sicherheitsfirmen gegeben. „Wir waren weltweit und vornehmlich in Südosteuropa aktiv, aber nie in Krems“, erzählt Wandl.

Heute hat Sascha Wandl, den die Kremser NÖN an einem seiner Lieblingsplätze, dem Donaustrand in Mautern, traf, eine Altenpflegeagentur, die in Tschechien und der Slowakei tätig ist. Dass der Fall Ibiza mit den bisher bekannt gewordenen Aufnahmen bald in Vergessenheit gerät, glaubt Wandl nicht. „Da kommt noch mehr ans Tageslicht. Ich vertraue ganz stark auf das BVT.“