Gut Aiderbichl rettet zurückgelassene Schäferhunde . „Mach mit den Hunden, was du willst“. Mit diesen Worten verabschiedete sich der Besitzer der beiden Schäferhunde „Lucy“ und „Jerry-Lee“ endgültig.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 05. August 2019 (15:53)

Seit Februar 2019 waren die Tiere in einem kleinen Gehege bei St. Leonhard am Hornerwald in Niederösterreich eingesperrt. Aus persönlichen Gründen zog der Tierhalter vor einigen Monaten von dort weg und kam laut der tierlieben Anwohnerin Gisela Murth nur noch sporadisch vorbei, um die 4 und 6 Jahre alten Schäferhunde notdürftig zu versorgen: „Er hatte die Hunde tagelang in einem Gehege sich selbst überlassen, ohne sich um sie zu kümmern und sie zu füttern.“ Weil ihr die Tiere unendlich leidtaten, stellte Frau Murth gemeinsam mit zwei weiteren Nachbarn den Hunden Futter und frisches Wasser in ihren kargen Verschlag. Als der Besitzer, den das Schicksal von Lucy und Jerry-Lee augenscheinlich vollkommen kalt ließ, erklärte, dass er noch weiter weg in die Steiermark ziehe und die Hunde nicht mitnehmen würde, wandte sich Gisela Murth an Gut Aiderbichl.

Gut Aiderbichl Kärnten hat die Schäferhunde aufgenommen

Allerdings ist es auch für den größten Gnadenhofverbund Europas nicht leicht, aus dem Stehgreif einen Platz für zwei Schäferhunde zu finden, über deren Verhalten dem Menschen gegenüber zunächst nichts bekannt war. Da jedoch klar war, dass Gut Aiderbichl in solch einem tragischen Fall einfach helfen muss, war Geschäftsführer Dieter Ehrengruber schnell bereit, die Hunde aufzunehmen. Nach eingehender Prüfung der Betreuungsmöglichkeiten für die nach Angaben von Gisela Murth verstörten und traumatisierten Hunde fiel die Entscheidung auf Gut Aiderbichl Kärnten. Am Köglerhof in Micheldorf im Bezirk St. Veit an der Glan werden die beiden Tiere liebevoll betreut.

Tiere blühen nach der Rettung auf

Nachdem bis zum Tag der Abholung Ende Juli nicht bekannt war, in welchem Zustand sich die Hunde tatsächlich befinden, war die Erleichterung bei Hundepfleger Hannes Napetschnik groß. Zunächst etwas vorsichtig ob der ungewohnt vielen Menschen, die sich plötzlich für die zurückgelassenen Schäferhunde interessieren, fassten Lucy und Jerry-Lee schnell Vertrauen zu ihm und seiner Kollegin Gabriele Gratzer. „Man merkt, dass es die Hunde ganz früher wohl guthatten und auch die Grundkommandos beherrschen“, sagt Hannes Napetschnik, der sich nach nur wenigen Minuten vor Zuneigungsbekundungen kaum retten konnte. Man merke aber auch, dass dies schon länger her sei.

Glückselig über die freundliche Aufmerksamkeit ihrer neuen Bezugspersonen ließen sich Lucy und Jerry-Lee sehr bereitwillig ihr neues Brustgeschirr anlegen und stiegen ohne zu zögern in das rettende Auto, dass sie in ihr neues Leben transportieren sollte. Sie erweckten den Eindruck als wüssten sie ganz genau, dass jetzt alles gut würde und die Zeit der Einsamkeit endgültig vorbei sein wird.