Älteste Mumien der Neuzeit. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergaben genauere Daten zum Alter der drei Mumien in der Wehrkirche.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 24. November 2014 (08:36)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Kameramann Thomas Kirschner bei der Untersuchung einer Mumie aus St. Michael.
NOEN, epo-film

Einen überaus spannenden Einblick in das „Leben nach dem Tod“ bot die Dokureihe „Menschen, Mythen und Legenden“ am vergangenen Freitagabend in Servus TV: „Die Mumien des Abendlandes“ (in Europa gibt es an 1000) wurden von einem Film- und einem Forscher-Expertenteam besucht.

Geheimnis um drei mumifizierte Leichen

In der Wehrkirche St. Michael sind in Vitrinen drei mumifizierte Leichen zu besichtigen. Warum die drei Toten in diesem Zustand „überlebt“ haben und wer sie einst waren, bleibt ein Geheimnis.

Nachdem die drei Mumien nach Wien verfrachtet und ein paar „Schnipsel“ nach Deutschland zur genauen Untersuchung geschickt worden sind, steht nun fest, dass es sich um eine etwa 45-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 72/73 Jahren handelt.

Stammen aus dem 17./18. Jahrhundert

Sie sind in St. Michael auch nicht, wie bisher angenommen, seit dem 12./13. Jahrhundert aufgebahrt, sondern stammen aus dem späten 17. beziehungsweise dem 18. Jahrhundert. „Es sind Leute aus der Oberschicht, und sie sind nicht verwandt“, sagen die Experten. Somit sind sie die ältesten neuzeitlichen Mumien Österreichs.

Warum sie tatsächlich so gut erhalten sind, konnte allerdings nicht geklärt werden. Verantwortlich dürfte aber die kühle trockene Lagerung im Beinhaus gewesen sein - und nicht eine Lagerung im Donausand, wie in älteren Wachauführern zu lesen ist.

Im Zuge der Filmaufnahmen wurde auch das Geheimnis der Krypta der Wehrkirche gelüftet: Sie enthält keinen „Goldschatz“, wie manche vermutet haben, sondern sie ist ganz einfach leer …