Erstellt am 18. Februar 2013, 00:00

„Staatsfeind“ als Kronzeuge?. Groteske / Seit Jahren verfolgt er Richter und Staatsanwälte mit Rachegelüsten: Franz Stieger. Doch jetzt könnte ausgerechnet er den Justizbehörden mit einer Aussage helfen.

Einvernahme steht bevor: Franz Stieger, hier in seiner Paraderolle als Aufständischer im Kampf gegen die Behörden.NÖN  |  NOEN

KREMS /  Wie das Leben so spielt: Ausgerechnet „Rebell“ Franz Stieger spielt in der „Causa Klaus“ plötzlich eine Schlüsselrolle auf Seiten der Justiz!

Vorgeschichte: Stieger, der sich von Behörden ungerecht behandelt fühlt, verfolgt seit Jahren mehrere Amtsvertreter, unter ihnen Richter und Staatsanwälte, mit Rachegelüsten. Und so war er sofort zur Stelle, als Gerichtspräsident Norbert Klaus mit einem mutmaßlichen Alko-Unfall samt Fahrerflucht für Aufregung sorgte.

Der „Staatsfeind“ fotografierte das Unfallauto von Klaus, gab es an Medien weiter und lieferte Journalisten brisante Informationen. Weil dann der Promillewert in den Zeitungen nachzulesen war, wurde Anzeige wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses erstattet. Polizisten werden als Verräter verfolgt. Stieger selbst könnte zum Kronzeugen werden: Woher kannte er die Details? „Ich bin noch nicht einvernommen worden“, berichtet er. „Aber die Infos kamen nicht von der Polizei.“

Mittlerweile gibt es Kritik an den Ermittlungen gegen die Exekutive. „Hier mangelt es an Fingerspitzengefühl. Es entsteht der Eindruck, dass man versucht, den Beamten, die pflichtgemäß eingeschritten sind, etwas ans Zeug zu flicken“, erklärt der pensionierte Richter Michael Rath. Die Staatsanwaltschaft Krems will das nicht kommentieren.