Bauer erzwang Freiheit: Ausnahme von Corona-Quarantäne. Sonderregelung für Landwirt aus Tiefenbach. Bezirkshauptfrau Elfriede Mayrhofer attestiert Sportvereinen Disziplin. Zahl der Infizierten in Krems ist weiter gesunken.

Von Martin Kalchhauser. Update am 15. Oktober 2020 (07:21)
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Ein Landwirt aus Tiefenbach (Gemeinde Krumau) konnte mit viel Hartnäckigkeit eine Ausnahme von der für ihn verordneten Quarantäne erwirken.

Extreme Hartnäckigkeit bewies ein Landwirt aus Tiefenbach in der Gemeinde Krumau. Weil seine Schwiegertochter im Job positiv auf Corona getestet worden war, wurden auch Johann Blauensteiner, sein Sohn und seine fast 90-jährige Mutter getestet und erfuhren, dass sie positiv sind.

„Vor Ausstellung des Bescheides wurde mit uns kein Kontakt aufgenommen“, klagte der Bauer, der sich mit der Behörde arrangieren wollte, um wenigstens alleine auf seine Äcker zu dürfen. Schließlich stehe die Maisernte und auch ein Anbau auf den Feldern an.

„Vom bürokratischen Aufwand war ich zuletzt schon mehr krank als von Corona!“Landwirt Johann Blauensteiner

Das vorläufige Nein der Bezirkshauptmannschaft Krems wollte der Tiefenbacher nicht einfach hinnehmen und drang telefonisch mit seinem Kampf gegen „Behördenwillkür“, wie er es nennt, bis ins Büro des Landeshauptfrau-Vizes Stephan Pernkopf vor.

Am Dienstag gab es dann die erhoffte Ausnahmegenehmigung. Blauensteiner im NÖN-Telefonat: „Ich darf jetzt doch hinaus, natürlich nur ohne Kontakt zu anderen Menschen.“ Dass es für ihn eine „Einzelfall-Regelung“ gebe, sei erfreulich. „Vom bürokratischen Aufwand war ich zuletzt schon mehr krank als von Corona!“

Dass „eine positive Lösung gefunden“ wurde, meint auch Bezirkshauptfrau Elfriede Mayrhofer zum konkreten Fall. „Das Anliegen wurde positiv erledigt.“ Der Mann dürfe unaufschiebbare Arbeiten machen.

Hinter vorgehaltener Hand wird die Lösung auf Beamtenebene natürlich nicht wirklich bejubelt. Ein Beobachter der Situation ist mit der Ausnahmegenehmigung „nicht glücklich“. Man fürchte, sie könne Vorbildwirkung haben. „Und wie sollen wir dann einem Selbstständigen erklären, warum er in Quarantäne seinen Geschäften nicht nachgehen darf?“

Geisterspiele ohne Zwischenfälle

Ohne wesentliche Zwischenfälle verliefen die heimischen Fußball-Geisterspiele am Wochenende.

Dass der FC Rohrendorf wegen seiner Gastro-Konzession de facto vor Gästen spielen konnte (die NÖN und unser NÖN-Fancorner meinfussball.at berichteten), hatte im Vorfeld der „Geisterspiele“-Verordnung für Debatten gesorgt.

Zwei Polizeibeamte im Zivil hatten die Veranstaltung im Blickfeld, auch eine Streife kam während des Spieles vorbei. Bezirkshauptfrau Mayrhofer zollt der Disziplin der Sportvereine und auch der anderen Veranstalter Achtung: „Im Endeffekt hat es auch mit den Rohrendorfern ein sehr gutes Einvernehmen gegeben.“ Auch sonst gab es keine rechtlichen Beanstandungen.

Keine Probleme mit Gäste-Registrierung

Eine regelmäßige Wischdesinfektion im Einkaufszentrum Mariandl ist eine der Maßnahmen, die Gefahren minimieren soll. Dafür sind während der Öffnungszeiten permanent zwei Mitarbeiterinnen abgestellt.
Mariandl

Zurückhaltung herrscht auch in den anderen Bereichen des öffentlichen Lebens im „orangen“ Bereich von Stadt und Bezirk Krems. Wie von den Gastwirten erhofft, gibt es so gut wie keine Probleme mit der Registrierung der Gäste. So wie hier wird auch in anderen Bereichen mit hoher Personenfrequenz penibel auf Sauberkeit geachtet.

„Die Luftqualität wird bei uns permanent von Systemen überwacht.“Center-Manager Egbert Holz Sicherheitsmaßnahmen im Einkaufszentrum Mariandl

Ein Beispiel ist das Einkaufszentrum Mariandl. Neben laufenden Wischdesinfektionen der Bereiche mit vielen Kundenkontakten gibt es auch im Bereich der Lüftung Maßnahmen. Pro Stunde wird das unglaubliche Volumen von bis zu 200.000 Kubikmetern von gefilterter Frischluft in das Haus geblasen.

„Die Luftqualität wird bei uns permanent von Systemen überwacht. Üblicherweise liegt der notwendige Frischluftanteil bei 30 bis 50 %. Seit Corona haben wir diesen Wert dauerhaft auf 100 % gesetzt“, berichtet Center-Manager Egbert Holz.

Anstandslos funktioniert in der Gastronomie die Gäste-Registrierung.
Foto: Johann Lechner