Aggression gegen Polizei steigt. Mehr Straftaten, aber hohe Aufklärungsquote. Kriminelle jetzt verstärkt im Internet unterwegs.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 14. Mai 2020 (06:44)
Bezirkspolizeikommandant Manfred Matousovsky lobt „hervorragende kriminalistische Arbeit“.
Martin Kalchhauser

Eine Tendenz nach oben zeigt die nun vorliegende Kriminalitätsstatistik 2019 in Stadt und Bezirk Krems. In Details gibt es total widersprüchliche Entwicklungen.

Während in der Stadt die Zahl angezeigter gerichtlich strafbarer Taten von 2.014 auf 2.389 (+18,6 %) zugenommen hat, aber auch die Aufklärungsquote (von 57,8 auf 59,8 %) stieg, gab es im Bezirk mit 1.334 (2018: 1.246) „nur“ ein Plus von 7,1 % bei den Straftaten. Allerdings sank dort die Klärungsrate minimal von 53,5 auf 52,0 %. Die Gesamtzahlen liegen damit im Magistratsbereich merkbar über dem Durchschnitt. Am Land ist man 2019 leicht unter dem langjährigen Durchschnitt, wie die Grafik rechts zeigt.

Diametral auseinander gehen die Werte in Stadt und Bezirk etwa bei Einbrüchen und Pkw-Diebstählen – in der Stadt gingen sie deutlich zurück, am Land stiegen sie. Bei den Fahrraddiebstählen ist es umgekehrt.

NOEN

Realität ist leider, dass die Beamten immer öfter im Visier von Straftätern stehen. „Sowohl im Bezirk als auch in der Stadt steigt die Aggression gegen die einschreitenden Beamten“, stellt Bezirkspolizeikommandant Manfred Matousovsky fest. „Das zeigt sich in der in beiden Bereichen feststellbaren Zunahme der Anzahl der Widerstände gegen die Staatsgewalt.“

Für einen Großteil des Anstiegs der Gesamtkriminalität ist – so wie in ganz Niederösterreich – auch in der Region die Zunahme von Betrugshandlungen, vorwiegend im Internet, verantwortlich. So stiegen sowohl in Krems-Stadt als auch -Land Delikte wie Kredit- und Sozialleistungsbetrug jeweils um mehrere hundert Prozent.

„Die Aufklärungsquote in der Stadt ist vom bereits relativ hohen Wert von 57,8 % auf 59,8 % nochmals gestiegen und liegt somit deutlich vor der Landesquote von 52,8 %“, freut sich Matousovsky über die Ergebnisse der Arbeit der hier tätigen knapp 60 Beamten. Im Bezirk, wo rund 90 Polizistinnen und Polizisten Dienst tun, ist die Quote „zwar von 53,5 % auf 52,0 % leicht gesunken, liegt aber weiterhin annähernd beim Landesdurchschnitt und stellt somit ebenfalls einen sehr guten Wert dar“.

Summa summarum ist der Bezirkspolizeichef mit der Bilanz zufrieden. „Alle diese Zahlen beweisen die hervorragende kriminalistische Arbeit, welche die Polizeibediensteten in Stadt und Bezirk laufend erbringen!“