Geduldsspiel: Wieder Probleme mit Covid-Testaktionen. Lange Wartezeiten in Mautern, fehlerhafte Test-Kits in Langenlois. Stadt Krems bietet demnächst immerhin zwei Termine an.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 02. Februar 2021 (16:40)
Obwohl es nicht so schlimm wie beim ersten Termin war, gab es auch am zweiten „Test-Montag“ in der Kremser Sporthalle wieder lange Warteschlangen.
Martin Kalchhauser

Auch in den vergangenen Tagen gab es wieder Ärger bei den freiwilligen Corona-Testaktionen, die fünf Gemeinden in der Region anbieten. Nachdem die Menschen in der Vorwoche beim einzigen Testtag (Montag) stundenlang anstehen mussten, gab es auch diese Woche wieder einen (geringeren) Stau.

In Mautern war der Ärger am Donnerstag über die Wartezeit (im Freien im Regen!) groß. Und in Langenlois gab es offenbar fehlerhafte Test-Sets und deshalb mehr als 50 „Positive“. Diese Menschen müssen nun alle zum (genaueren) PCR-Test.

Zwei Teststraßen an jedem Tag wären ideal

„Ich gehe davon aus, dass wir mehr Test-Termine brauchen“, will Bezirkshauptfrau Elfriede Mayrhofer auf die Gemeinden einwirken. „Jeden Tag müssen mindestens zwei Gemeinden offen haben.“ Der Andrang werde steigen, weil die Dienstleister (Friseure,…) ja demnächst nur Kunden bedienen dürften, die zeitnah negativ gestestet sein müssten. Und die Behördenchefin bittet außerdem: „Zu den Tests sollen nur symptomlose Menschen kommen! Wer Krankheitszeichen aufweist, soll bitte 1450 rufen!“

Test-Zeiten in Krems werden verdreifacht

„Es hat sich gezeigt, dass die Zeit der Testungen nicht ausreicht“, gesteht der Kremser Stadtchef Reinhard Resch ein. „Wir werden die Zeiten verdreifachen und in die Österreich-Hallen übersiedeln.“ Dort seien auch Wartende vor dem Wetter geschützt. Am Dienstag gab Magistratsdirektor Karl Hallbauer die neue Marschrichtung bekannt: Künftig werde an Montagen und Donnerstagen jeweils von 13 Uhr (neu) bis 19 Uhr in den Österreichhallen getestet. Achtung: Der erste Donnerstag ist aber erst der 11. Februar!

„Es sind jetzt erst alle Teststraßen im Bezirk Krems in Betrieb. Wir werden die Auswirkungen evaluieren und dann weiterschauen.“ Den oft geforderten dritten Termin wird es vorläufig also nicht geben. Auch ein Testen am Wochenende (in der Region gibt es keine Samstags- und Sonntags-Termine) ist nicht angedacht. Hallbauer: „Dafür bekomme ich das Personal gar nicht zusammen.“

Hallbauer meint, es müsse sich auch die Wirtschaftskammer etwas überlegen. Wenn ganze Firmen zu Testterminen kommen, sei ein Stau programmiert. „Und wenn für Besuch beim Dienstleister einen Test vorausgesetzt wird, werden das die Gemeinden auch nicht mehr alleine schaffen!“ Resch stößt ins selbe Horn: „Als Bürgermeister ärgert mich auch, dass ständig mehr ,von oben‘ auf die Gemeinden abgewälzt wird. Ohne Freiwilligkeit bei unseren Mitarbeitern könnte das gar nicht funktionieren.“

Wirtschaftskammer-Obmann Thomas Hagmann: „Krems braucht zusätzliche Öffnungszeiten!“
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Wirtschaftskammer-Obmann Thomas Hagmann meldete sich zu den aktuellen Problemen ebenfalls zu Wort: „Wir Unternehmer sind froh, dass es ein abgestimmtes Testangebot im Bezirk gibt. Für Krems braucht es aber zusätzliche Öffnungszeiten, damit die Wartezeiten noch kürzer werden.“

Startprobleme auch in Langenlois und Mautern

Ein Ärgernis ganz anderer Art gab es bei der ersten Testaktion am 1. Februar in Langenlois. Weil vermutlich die ersten drei Test-Kits fehlerhaft waren, gab es in kurzer Zeit mehr als 50 „Positive“. Bürgermeister Harald Leopold, der dort hineinfiel, wurde zu seinem Glück negativ getestet. Auch der Langenloiser Stadtchef kritisiert, dass Firmen (große Weinbaubetriebe) ihre Mitarbeiter „stoßweise“ zum Testen schicken. „Das war dann kaum zu schaffen.“ Leopold wünschte sich, „dass Krems aufstockt und man dann schaut, wo Tests noch intensiver angeboten werden müssen“.

Stadtamtsdirektor Emmerich Gattinger: „Mautern kann bei Bedarf aufstocken.“
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In Mautern, wo es trotz der am 28. Jänner in kurzer Zeit installierten zweiten Teststraße viel Verärgerung gab, sollen ab Donnerstag zwei Teststraßen in Betrieb sein. „Somit sollte beim nächsten Termin ein reibungsloser Ablauf gewährleistet sein“, stellte Stadtamtsdirektor Emmerich Gattinger fest. „Sollte sich zeigen, dass auch zwei Teststraßen zu wenig sind, ist eine weitere Aufstockung der Kapazitäten möglich.“

Erst am Dienstag ging das Testen in Gföhl los. „Wir rechnen mit keinem so großen Ansturm wie in Krems und Mautern, da im Ballungsraum Gföhl auch weniger Menschen leben“, gab sich Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger im Vorfeld optimistisch. „Wir sind gut vorbereitet und schon gespannt, wie viele Menschen das Angebot im Stadtsaal annehmen werden.

Die einzige Gemeinde, in der die Sache übrigens ganz ohne Probleme funktionierte, war bisher Weißenkirchen. Dort hielt sich der Andrang allerdings in Grenzen.