Polizei-Belastung in der Corona-Krise nimmt zu. Corona-Situation in Region Krems weiter entschärft. Ansteigen verbaler Aggressionen bemerkbar.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 14. April 2021 (05:14)
Polizei-Chef Manfred Matousovsky: „Akzeptanz der Regeln bei den Menschen sinkt.“
Martin Kalchhauser

Licht und Schatten an der „Corona-Front“: Während bei Bereitschaft der Menschen in der Region nach wie vor eine Zunahme bemerkbar ist, wird die Polizeiarbeit zunehmend schwieriger. Immer wieder sehen sich Beamte, die auf die Einhaltung der Corona-Regeln hinweisen, mit verbaler Aggression konfrontiert.

Die Zahlen weisen auf eine geringfügige Entspannung hin. Positiv fällt auch die große Bereitschaft, die umfasssenden Test-Angebote anzunehmen, auf. Im EKZ Steinertor, wo man sich an vier Tagen in der Woche einem kostenlosen Antigen-Test unterziehen kann, wurde am Freitag mit Sabine Urban schon die 10.000. Besucherin registriert. EKZ-Chef Othmar Seidl, der der Furtherin einen Blumenstrauß überreichte, stellt den Menschen ein hervorragendes Zeugnis aus. „Es ist erfreulich, wie gut das Angebot angenommen wird und wie dankbar viele Leute dafür sind!“

Dank eines Testbusses, den Wirtschaftkammer NÖ und Agentur Ecoplus betreiben und der verschiedene Wirtschaftsparks und Gewerbegebiete anfährt, gibt es ab dieser Woche weitere Test-Möglichkeiten.

Polizei: Belastung wird zunehmend größer

In Krems steht der Bus, der vor allem Firmenbelegschaften das Testen einfacher machen soll, am Mittwoch, 14. April, von 13 bis 14.30Uhr beim RIZ Nord in der Magnesitstraße in Lerchenfeld, von 14.30 bis 16Uhr im Donau-Gewerbepark (Dr.-Franz-Wilhelm-Straße). Am Freitag, 16.April, steht er nochmals beim RIZ Nord in der Magnesitstraße, von 11 bis 13Uhr wieder im Donau-Gewerbepark.

Zunehmend belastender wird die Polizei-Arbeit mit dem Andauern der Krise. „Wir haben den Auftrag zu verstärkter Überwachung“, erzählt Bezirkspolizeikommandant Manfred Matousovsky. „Es wird aber immer schwieriger, unserem Auftrag nachzukommen.“ Die Aggression bei manchen Amtshandlungen beschränke sich zwar bislang auf verbale Attacken, doch diesen sehen sich Polizisten immer häufiger gegenüber. Die einzelnen Beamten befinden sich häufig in einem moralischen Zwiespalt. „Die Situation wird menschlich immer belastender“, so Matousovsky. „Wir haben als Polizei mit der Bevölkerung ein gemeinsames Ziel, nämlich bestmöglich zur Beendigung der Pandemie beizutragen. Aber die Akzeptanz der Regeln bei den Menschen sinkt.“

Gut funktionieren laut Bezirkspolizeichef die Kontrollen der Menschen, die sich in Quarantäne befinden. „Das haut im Großen und Ganzen hin.“ Gerade weil die durch die Pandemie erwachsenen zusätzlichen Aufgaben nicht die Kernaufgabe der Polizei seien, „bürdet man uns da schon eine große Last auf“.

„Die Bezirkshauptmannschaft wünscht sich einen verstärkten Überwachungsdruck“, hat Matousovsky Verständnis für die Intensivierung der Versuche, der Pandemie Herr zu werden. „Dem kommen wir auch nach. In der Praxis ist das aber oft keine einfache Sache.“

Die meisten Polizisten sind auch in der Region zu Hause. „Wir leben ja auch im Bezirk. Und wir wollen schon gar nicht als Privatperson ,Sheriff‘ spielen!“ Konkret sei es ihm schon selbst passiert, dass er auf einem Spaziergang oder einer Jogging-Runde auf Jugendgruppen getroffen sei, die im direkten Kontakt alle Abstandsregeln außer Acht gelassen hätten. In jedem Fall müsse man für sich entscheiden, ob und wie strikt man dann eingreife …

Erfreulich sind die Zahlen für die Stadt und den Bezirk Krems. Wie berichtet, war Krems-Land ja jüngst sogar der Musterschüler bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz (Infektionen pro 100.000 Einwohner). Jetzt hat sich dort (Stand: Dienstag, 13. April) die Stadt Krems mit 111,8 an die Spitze gesetzt. Es folgen Korneuburg (120,5), und schon an dritter Stelle der Landesstatistik der Bezirk Krems (138,1).

Lichtenau aktuell der negative „Ausreißer“

Ein negativer Ausreißer in der Bezirksstatistik ist die Gemeinde Lichtenau. Dass es dort aktuell 22 Erkrankte gibt, hat die Inzidenz-Zahl auf horrende 700 ansteigen lassen. „Leider bekomme ich von der Behörde keine Info, wo das vermehrte Auftreten verzeichnet wurde“, betont Bürgermeister Andreas Pichler, dass er sich schon mit einem Appell zur Vorsicht an seine 2.060 Gemeindebürger gewendet habe. „Aber offenbar hat der noch nicht gefruchtet.“