Pech sieht „wenig attraktive Flächen“ in Kremser City. Stadtmarketing-Boss Alfred Pech zieht nach knapp drei Monaten erste Bilanz. Ein Büro soll folgen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 21. Mai 2019 (04:28)
Stadt Krems
Geschäftsführer Alfred Pech (vorne, links) und der Aufsichtsrat der Stadtmarketing Krems GmbH: Ulf Elser, Vorsitzender Erwin Krammer, Reinhard Resch (vorne), Klaus Moser, Thomas Hagmann, Hansjörg Henneis und Heinz Boyer.

Er bringe das Glück nach Krems, das sagte Stadtmarketing-Chef Alfred Pech bei seinem Amtsantritt Anfang März. Was ist seither passiert? Rein oberflächlich betrachtet recht wenig. Geschäftslokale in der Innenstadt – bekanntermaßen Pechs Hauptaufgabengebiet –, die im März leer standen, stehen knapp drei Monate später noch immer leer. Und dennoch spulte der 60-Jährige in den vergangenen Wochen unzählige Kilometer ab. Kennenlernen war angesagt.

„Es gibt Leerstände, die schon Problemfälle sind“

„Ich habe mich bei sehr vielen Betrieben vorgestellt, mir die Anliegen, Sorgen und Wünsche angehört“, erzählt Pech. Aufgenommen worden sei er hervorragend. „Über die Willkommenskultur war ich unglaublich überrascht. Das ist nicht in jeder Stadt so.“

Gespräche führte Pech auch mit Immobilienbesitzern, deren Mietforderungen von den Unternehmern in der jüngsten Vergangenheit als zentraler Faktor für das Geschäftssterben ausgemacht wurden. Gezeigt habe sich dabei: „Es gibt wenig Angebot an attraktiven Geschäftsflächen und viele Anfragen für Geschäfte in der Größenordnung von 50 bis 90 Quadratmeter. Diese Flächen haben wir aber nicht“, schildert Pech. Im Vergleich mit anderen österreichischen Altstädten sei Krems wegen seiner großen Flächen ein echtes Unikum.

Dass die Gespräche mit den Hauseigentümern kein Zuckerschlecken sind, weiß auch Vizebürgermeister Erwin Krammer, der kürzlich zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtmarketing Krems GmbH gewählt wurde. Er sei selber oft in dieser Mission unterwegs gewesen. „Es gibt Leerstände, die schon Problemfälle sind. Da müsste der Mieter für Sanierungen hunderttausende Euro selbst zahlen. Ich hoffe, Alfred Pech legt in solchen Fällen noch mehr Hartnäckigkeit an den Tag als ich.“

Fehlendes Büro ist „schon ein Hemmschuh“

Die bisherige Arbeit des langjährigen Stadtmarketing-Beauftragten von Steyr bewertet Krammer positiv. „Er identifiziert sich mit Krems, hat auch eine Wohnung und ist die meiste Zeit da. Man muss ihm aber noch etwas Zeit lassen.“ Warten muss Pech indes noch immer auf sein eigenes Büro. Weil sich bei einem aussichtsreichen Standort im Stadtzentrum herausgestellt hatte, dass viel Geld investiert werden muss, habe sich die Suche verzögert, erklärt Krammer. Es gebe jetzt aber schon ein Ersatzbüro, das ebenfalls im Stadtzentrum liegt. „Da wird der Aufsichtsrat noch in diesem Monat den Beschluss fassen“, verspricht Krammer. Für Pech ist das auch höchste Zeit: „Inzwischen ist das schon ein Hemmschuh.“

Unterstützen werden ihn in seinen neuen Räumlichkeiten ab Anfang Juli auch zwei Mitarbeiter, darunter eine Spezialistin für Kommunikation und Digitalisierung. Im Endausbau sollen Pech dann fünf Angestellte zur Verfügung stehen. Unter der Stadtmarketing GmbH geführt wird künftig auch die Tourismusstelle der Stadt. Ende des Jahres soll sie darin aufgehen. Ob das Team um Gabriela Hüther weiterhin zuständig sein wird, ist noch nicht sicher. Weder von Krammer noch von Pech gibt es ein Bekenntnis.

Budgetiert hat die Gemeinde für das Stadtmarketing heuer übrigens 700.000 Euro. Nächstes Jahr werde „mehr Geld zur Verfügung gestellt“, verrät Krammer.