Mauterner Brücke bleibt Sorgenkind. Da sich Stahl bei Hitze ausdehnt, hat die alte Brücke bei den aktuell hohen Temperaturen noch mehr Probleme als sonst.

Von Petra Vock. Erstellt am 30. Juli 2019 (05:28)
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Bundesdenkmalamt und Welterbe-Vertreter möchten, dass die Mauterner Brücke genau so erhalten wird, wie sie ist. Die Brückenbauexperten halten das für schwierig.
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Sechs Jahre ist es jetzt her, dass die Mauterner Brücke im August für Aufregung sorgte: Aufgrund der Hitze hatte sie sich einseitig gesenkt. Als Konsequenz kam eine 16-Tonnen-Beschränkung. Inzwischen gilt bereits eine 9-Tonnen-Beschränkung, und es ist heißer denn je. Wird die Brücke jetzt verstärkt kontrolliert?

"Mehr geprüft und untersucht wie vorgeschrieben"

„Wir sind dort jetzt sowieso verstärkt am Kontrollieren“, berichtet Helmut Postl, Leiter der Abteilung Brückenbau des Landes NÖ, auf NÖN-Anfrage. „Wir wissen ja, dass eine Stahlbrücke wie diese sich bei Hitze wesentlich mehr ausdehnt als eine Stahlbetonbrücke, und deshalb hat es dieses Thema ja schon einmal gegeben.“

Auch aus diesem Grund werde die Mauterner Brücke viel mehr geprüft und untersucht, als gemäß den Vorschriften nötig wäre, erklärt Postl: „Da ist mehr oder weniger laufend jemand draußen.“

 „Bei jedem Fahrzeug, das schwerer ist als 9 Tonnen, wird genau nachgerechnet. Wir bringen niemanden in Gefahr!“ Helmut Postl, Leiter der NÖ Brückenbauabteilung

Ginge es nach dem Leiter der Abteilung Brückenbau, so wäre bereits ein Neubau der Brücke im Gange – jedenfalls was den Südteil betrifft, den die Sowjets nach Kriegsende 1945 provisorisch errichtet haben.

Denn eine genaue Brückenprüfung hat ja ergeben, dass dieser relativ neue Teil in schlechterem Zustand ist als die 124 Jahre alten Rundbögen auf der Nordseite.

Noch kein Konsens

„Wir haben laufend Besprechungen, sind aber noch auf keinen grünen Zweig gekommen“, schildert Postl. „Weltkulturerbe und Bundesdenkmalamt sind der Meinung, dass das Original so bestehen bleiben muss, wie es ist – mit entsprechenden Instandsetzungen.

Aus unserer Sicht ist das zum Teil möglich, aber mit den Kriegsbrückengeräten von 1945, die nicht für einen Dauereinsatz bestimmt sind, ist das schwierig.“ Für Postl spielen dabei auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle.

Laufend kleine Maßnahmen

Auch wenn die seit Herbst geltende 9-Tonnen-Beschränkung laut Postl „natürlich nicht ewig gelten kann“, sollte sie „nach menschlichem Ermessen“ bis zur nächsten genauen Evaluierung in sechs Jahren ausreichen und bestehen bleiben.

Vielleicht sogar länger: Um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern, werden nämlich laufend kleinere Maßnahmen durchgeführt, wie Postl berichtet: „Wir machen immer wieder Instandsetzungen, damit die Korrosionserscheinungen nicht noch weiter fortschreiten.“

Für Schulbusse, die schwerer sind als 9 Tonnen, gibt es weiter Ausnahmebestimmungen. Gefährdet werde dadurch aber niemand, betont Postl und widerspricht anderslautenden Gerüchten: „Bei jedem Fahrzeug, das schwerer ist als 9 Tonnen, wird genau nachgerechnet. Wir bringen niemanden in Gefahr!“

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