Steininsasse warb für Terror-Organisation. Urteilen könne nur Gott, nicht die Ungläubigen, schmetterte IS-Fan Fragen der Richterin ab und beließ es bei gesummten Gebeten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 27. Oktober 2020 (11:10)
Hochsicherheitstrakt der Justizanstalt Stein
APA

An Händen und Beinen gefesselt, ließ sich der Algerier (36) laut jammernd und stöhnend wie ein Sack von den Justizwachebeamten in den Verhandlungssaal schleppen. Auf die Anklagebank gehievt, verlangte er ein Glas Wasser und begann sofort, als „Abgesandter Gottes“ seine verqueren Ansichten kundzutun.

„Wir müssen auf Gott hören, nicht auf die“, meinte er auf die Staatsanwältin deutend, und ging auf den Vorwurf, dass er im Spazierhof der Steiner Justizanstalt ein „Islamic State“ Banner angebracht hat, um muslimische Insassen für den IS zu rekrutieren, nicht ein. Auf Fragen der Richterin meinte er nur: „Geh Mädchen, das ist Gottessache.“ Seinen Zeigefinger erhebend erklärte er: „Corona ist Strafe für alle Ungläubigen.“ Dann blendete er sich mit gesummten Gebeten vom Geschehen aus. Erst als der psychiatrische Gutachter zu Wort kam, meldete er sich lautstark zurück. Er wollte nicht hören, dass er an wahnhaften Störungen leide und behandelt werden müsse. Der Gutachter bejahte eine Einweisung, da der Algerier sehr gefährlich sei und es zu weiteren Straftaten kommen könne.

Seine Gefährlichkeit hat der inhaftierte Algerier schon in der Justizanstalt Wien-Josefstadt mit einer Brandstiftung, bei der 14 Personen schwer verletzt wurden, unter Beweis gestellt.

Unter lautem Summen des Algeriers verkündete die Prozessvorsitzende das Urteil des Schöffensenates: Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher. Nicht rechtskräftig.