Steinschlag-Gefahr: Wachaubahn wieder zum Teil gesperrt. Nach zwei Felsstürzen vor drei Wochen in Dürnstein (Bezirk Krems) besteht in der Wachau nun erneut Steinschlag-Gefahr.

Erstellt am 01. Juli 2011 (12:07)
NOEN, Horst Sommer
Die am Wochenende touristisch verkehrende Wachaubahn muss daher wieder zum Teil gesperrt werden. Die Züge verkehren nur zwischen Krems und Dürnstein, für die Weiterfahrt bis Emmersdorf stehen Buslinien zur Verfügung, teilte die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) am Freitag mit.
 
Nach den jüngsten Felsabgängen waren zuletzt noch Sicherungs- und Abtragungsarbeiten im Gange, erklärte Michael Bertagnoli vom Geologischen Dienst des Landes Niederösterreich auf APA-Anfrage. Weil nun aber "noch kleinere, absturzbereite Felsen vorhanden" seien, dürfe der Sturzraum derzeit aus arbeitssicherheitstechnischen Gründen nicht betreten werden und die Arbeiten mussten vorübergehend gestoppt werden.
 
Es sei zwar nicht abzuschätzen, ob das Gestein "morgen oder in einem Jahr" abgeht, es bestehe aber die Gefahr, dass einzelne Felsen über den Schutzzaun auf die Bahngleise fallen könnten, hieß es. Weitere Bereiche seien nicht bedroht: "Meiner Einschätzung nach besteht kein erhöhtes Risiko für die Bundesstraße und die Radwege", meinte der Geologe. Häuser seien ebenfalls nicht in Gefahr.
 
Aus heutiger Sicht scheint eine etwa dreiwöchige Sperre des Bahnabschnitts wahrscheinlich. Der Felsbereich soll in dieser Zeit mit einem Beobachtungssystem ausgestattet werden, das die Wand mittels Radar scannt. Vor der Installation müsse aber noch geprüft werden, wo das Gerät am besten angebracht werden sollte, sagte NÖVOG-Sprecherin Brigitta Pongratz. Man bemühe sich um eine Verkürzung der Sperre, Sicherheit habe aber freilich Vorrang. Erst wenn das System installiert sei, können auch die Abtragungsarbeiten weiter fortgesetzt werden, so Bertagnoli.
 
Im Sommer 2009 waren im Zuge eines Unwetters größere Felsbrocken abgegangen und auf die vorbeiführende B3 und die Donauuferbahn gestürzt. Lose Gesteinsteile mussten daraufhin gesprengt werden, ein Schutzwall wurde errichtet. Seither finde aber ein "an sich natürlicher Verwitterungsprozess" statt, durch den einzelne Teile der Felswand brüchig wurden, erläuterte der Experte.