523.000 Dachziegel schützen barockes Baujuwel. Dachsanierung befindet sich im Finale. Bei Sommerfest wurde zahlreichen Unterstützern gedankt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 03. September 2018 (08:10)

Zum Sommerfest lud das Stift Göttweig am 30. August, um Spendern und Arbeitern anlässlich der Finalisierung der Dachsanierung zu danken. Nach sechsjähriger Bauzeit wurden als sichtbares Zeichen zwei neu gefertigte Firstknäufe am Dach des Pfortenhauses aufgesetzt.

Bauzustand erforderte rasches Handeln

Der im Winter 2009/2010 vom Benediktinerstift Göttweig beauftragte Bestandsbericht über den Bauzustand der Klosteranlage bildete die Grundlage für die langfristige Planung der nötigen Erhaltungsmaßnahmen. Aus diesen Voruntersuchungen entstand eine Prioritätenliste für Sanierungsmaßnahmen.

Großer Teil des Dachstuhlholzes ausgetauscht

Im Jahr 2017 dauerten die Arbeiten über dem Exerzitienhaus bis kurz vor Weihnachten an. Auf einzelnen Dächern mussten bis zu 80 Prozent des Dachstuhlholzes getauscht werden. Fertiggestellt wurde dieses Dach dann im Frühling 2018. Die nunmehr neuen Dächer über dem Exerzitienhaus St. Altmann leuchten den Gästen vom Stiftshof in freundlichem Ziegelrot entgegen.

Firstknäufe wurden feierlich aufgesetzt

Die alten Firstknäufe konnten nicht mehr saniert werden und wurden daher neu gefertigt. Im Rahmen der Dankfeier wurde eine Urkunde mit allen Namen und Unterschriften der Bauarbeiter und Festgäste in diesen Knäufen deponiert und feierlich auf das Dach aufgesetzt. Trotz wechselhaften Wetters nutzen die Gäste auf der Panoramaterrasse und im Brunnensaal das Sommerfest zum nachhaltigen Austausch.

16.000 Quadratmeter Dachfläche in Arbeit

Abt Columban Luser betonte in seinen Ausführungen, dass die notwendige Erneuerung der Dächer eine große Herausforderung darstellt: „Immerhin handelt es sich hier um eine Fläche von über 16.000 Quadratmetern!“ Im sechsten Baujahr standen die Fortführung der Dachsanierung über der Burg und den Wirtschaftsgebäuden am Plan sowie eine Fassadensanierung an diesen Gebäuden.

Stift Göttweig von überregionaler Bedeutung

Die Burg als ältester Teil des Klosters ist heute noch von hoher Bedeutung – so treffen sich Wissenschaftler aus aller Welt, um in den Sammlungen des Stiftes Göttweig zu forschen. Die Wirtschaftsgebäude und Werkstätten sind für ein Stift unverzichtbar. Arbeitnehmer aus der Region arbeiten ganzjährig an der Erhaltung des Weltkulturerbes.

Gesamtkosten werden 6,8 Millionen betragen

Die Gesamtkosten für die Neudeckung der Stiftsdächer werden voraussichtlich 6,8 Millionen Euro betragen.In 46 Monaten aktiver Baustellenzeit außerhalb der Wintermonate wurden 523.000 Stück Dachziegel verarbeitet und über 1.900 Laufmeter Dachrinnen erneuert. Im Spätherbst 2018 werden die Arbeiten nach einer sechsten Jahresetappe abgeschlossen sein.

Auch das Wohlbefinden der Gäste im Fokus

Neben der weithin sichtbaren Baustelle wurde auch für das Wohlbefinden der Gäste des Stiftes gearbeitet. Modernes und ökologisches Licht im Klostergang und im Museum, Handläufe, Sitzgelegenheiten im Museum und – demnächst – auch ein Sonnensegel vor dem Kaisertrakt sollen die Barrierefreiheit weiter vervollständigen. Der Bau einer Photovoltaikanlage hat bereits begonnen.

Zahlreiche Kooperationen sorgen für Belebung

Die Zusammenarbeit mit Ausflugszielen und touristischen Partnern der Region wird weiterhin verstärkt. So sind sowohl das Stiftsrestaurant als auch die Abteilung Tourismus & Kultur Partner beim Qualifizierungsverbund Krems. Neben Kreuzfahrtgästen werden auch für Busreisende Bausteine in Restaurant und Museum angeboten.

Schwerpunkt-Angebote sind bei Gästen beliebt

Auch Individualreisende dürfen sich freuen: Ein Audio-Guide in mehreren Sprachen ist kurz vor Fertigstellung. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Angebote im Museum zu besonderen Schwerpunkten. So werden auch weiterhin Kuratoren- oder Spezialführungen anlässlich der Langen Nacht der Musseen (6. Oktober) oder auch des Tages des Denkmals (30. September) angeboten.