Viele Vorurteile überwunden: Großgemeinde besteht seit 51 Jahren

Erstellt am 11. Juni 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
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Ehrungen nach dem Zusammenschluss zur Großgemeinde: Altbürgermeister Josef Riedlmayer (Elsarn), Gemeinderat Leopold Jobst (Straß), Bürgermeister Peter Dolle, Altbürgermeister Leopold Kamauf (Gemeinde Diendorf) und Altbürgermeister Johann Stauffer (Elsarn, von links).
Foto: Archiv Gemeinde Straß
In der Zeit von 1965 bis in die 1970er-Jahre wurden im Zug einer „Gebietsreform“ in NÖ viele Gemeinden zu Großgemeinden vereinigt. Straß war im Jahr 1971 dabei.
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Die ältere Generation wird sich möglicherweise noch erinnern, wie viele Vorurteile, Befürchtungen und unterschiedliche Meinungen es zu den Gemeindezusammenlegungen es gab.

Die Idee dahinter war allerdings eine positive: Die Kleingemeinden – vielerorts finanziell schlecht gestellt – sollten zu Großgemeinden zusammen finden. So können die Gemeinden besser und effizienter verwaltet werden, und auch die Zuweisungen der Landesregierung sind besser und zielgerichteter verteilbar.

So ist die Zahl der Gemeinden in Niederösterreich binnen weniger Jahre von 1.652 auf 559 reduziert worden. Allerdings wurden ab den 1980er-Jahren manche Gemeinden wieder getrennt (wie etwa Stratzing und Droß im Bezirk Krems), was die derzeitige Anzahl von 573 Gemeinden ausmacht.

Viele Vorbehalte auch im Bereich von Straß

Natürlich gab es in den Gemeinden Diendorf am Walde (mit Obernholz), Wiedendorf, Elsarn im Straßertal und in der Marktgemeinde Straß rege Pro- und Kontradiskussionen. Der geringste Widerstand kam natürlich von Straß selbst, weil sich daraus eine Vergrößerung der Einflusssphäre und des Einzugsbereichs ergab. Dass kommunale Projekte dann leichter angegangen werden könnten, lag auf der Hand.

Die ersten Protokolle zu diesem Thema stammen aus 1967, die in Straß einstimmig beschlossen wurden. Gleich am Tag danach reagierte Diendorf sehr aggressiv und stellte fest, dass „die Gemeinde keine Zusammenlegung wünscht“ – weder mit Straß, noch mit einer anderen Gemeinde.

Daraufhin stand nach vielen Diskussionen eine Zusammenlegung der Gemeinden Elsarn, Wiedendorf und Diendorf im Raum. Auch eine Vereinigung der damals eigenständigen Gemeinden Elsarn, Gobelsburg, Hadersdorf, Kammern, Diendorf am Kamp, Engabrunn, Wiedendorf und Zöbing sowie Straß im Straßertal zur Großgemeinde Heiligenstein wurde ins Spiel gebracht.

Erst am 27. Juli 1970 einigten sich Diendorf am Walde, Obernholz, Wiedendorf, Elsarn im Straßertal und Straß selbst, sich zur Großgemeinde zu vereinigen. Es gab dann zwar noch kurze Beratungen wegen des Gemeindenamens („Straßertal“ war einer der Vorschläge), ehe es zum Namen Marktgemeinde „Straß im Straßertale“ gekommen ist. Diese Gemeindezusammenlegung wurde mit 1. Jänner 1971 rechtskräftig und auch umgesetzt.

Heute können sich nur mehr wenige Gemeindebürger erinnern, wie umstritten dieses Thema einst gewesen ist …

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