Kremser IMC startet Afrika-Mission. Künftige Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten in Spital in Ihitte Uboma mit.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 22. Februar 2020 (06:14)
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (Mitte) freut sich mit IMC-Kollegiumsleiter Martin Waiguny und Geschäftsführerin Ulrike Prommer sowie den Studierenden Maria Spindelberger, Sophie Suchna, Laura Eder, Theresa Holzmann, Teresa Linsinger, Michaela Gastecker und Riccarda Edlinger, dass internationale Erfahrung gesammelt werden kann.
Florian Schulte

Ein besonderes Projekt haben 25 Studierende des Bachelor-Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege an der IMC FH Krems geplant: Im Jahr der Pflege werden sie gemeinsam mit ihrem Studiengangsleiter Markus Golla und dem Initiator von fünf Gesundheitsprojekten, dem Obergrafendorfer Pfarrer Emeka Emeakaroha, nach Ihitte Uboma in Nigeria reisen. Dort liegt das Madonna Austrian Hospital, in welchem sie praktische Erfahrungen sammeln werden.

Emeka Emeakaroha aus Nigeria war einst auch Kaplan in der Pfarre Krems-St. Veit.
Foto: privat

Der Priester Emeka Emeakaroha war im Jahr 1999 Pastoralassistent in der Pfarre Krems-St. Veit, ehe er zum Priester geweiht wurde und – vorerst als Kaplan – nach Obergrafendorf (Bezirk St. Pölten) wechselte.

Mit dabei sind bei der Reise im Juli 2020 auch Pateneltern aus Österreich, die ihre Kinder in Afrika besuchen. Die Wurzeln dieses Projektes liegen im Jahr 2001, als Emeakaroha fünf Gesundheitsprojekte in Ihitte durchgeführt hat. Diese waren der Grundstein für die Errichtung eines Krankenhauses.

Dieses Praktikum ist einzigartig, denn die Studierenden arbeiten eine Woche gemeinsam mit den Praxisanleitern aus Österreich in einem afrikanischen Krankenhaus. Auch ein Besuch der Nursing University in der Hauptstadt Kampala ist geplant, um sich mit heimischen Studenten zu vernetzen.

Begegnung mit Kultur und Alltag bereichert

Überdies lernen die Studierenden die Kultur und das Leben vor Ort kennen. In diesem Rahmen wird es täglich neue Arbeitsaufträge des Studiengangsleiters geben: Wie kann man die Gesundheitsförderung steigern? Welche Veränderungen würden vor Ort das Leben verbessern? Und es gibt wohl aus der Situation heraus noch eine Reihe anderer Themen.

„Die Herausforderung ist, mit wenig technischer Ausstattung zu arbeiten. Hier sind Improvisation und Einfallsreichtum gefragt“, so Markus Golla. „Es geht natürlich auch um das Analysieren und das Treffen von Entscheidungen. All diese Fähigkeiten sollen durch dieses Praktikum gefördert werden.“

„Dass Studierende gemeinsam in Afrika ein Praktikum machen, ist mit Sicherheit eine Seltenheit“, freut sich auch Geschäftsführerin Ulrike Prommer über das Vorhaben. „Sie lernen, mit Basismöglichkeiten im Gesundheitswesen zu agieren, denn sie werden im Gegensatz zu Österreich nur wenig Technik und auch kein großes Back-up vorfinden.“

Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister: „Im Rahmen der Ausbildung ein Praktikum auf einem Kontinent wie Afrika zu absolvieren, wird den persönlichen Horizont ungemein erweitern und wichtige Erfahrungen ermöglichen.“