Weißenkirchen wurde zum „Corona-Musterknaben“. Die Marktgemeinde, die mit Rekordwerten Schlagzeilen machte, hat aktuell keine Infizierten mehr. Kremser Privat-Uni setzt Test-Serie fort.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:35)
Es wird in Weißenkirchen auch im Februar wieder eine große Testaktion geben. Im Bild: Oberärztin Julia Jamek bei der Aktion im Juni dieses Jahres.
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Vom „Hotspot“ zum Musterknaben: Die Marktgemeinde Weißenkirchen, die im Frühjahr mit einer besonders hohen Zahl an Corona-Kranken Schlagzeilen machte, hat aktuell keine einzige infizierte Person mehr. Die Tests der Kremser Privat-Uni (DPU), die in Langzeitstudien zur Immunität münden sollen, werden im neuen Jahr fortgesetzt.

Bürgermeister Christian Gepp ner: Gemeinde ist zum „Musterknaben“ geworden.
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„Wir sind extrem erfolgreich, weil unsere Bürger sehr vorsichtig sind“, freut sich Bürgermeister Christian Geppner über die Entwicklung. „Wir haben sicher aus der Sache gelernt.“

Im Frühjahr hatte es eine extrem hohe Zahl an Infizierten gegeben, bei einigen Erkrankten war auch der Verlauf dramatisch gewesen. „Die Leute bei uns sind sicher extrem vorsichtig.“

Erfreulich: 566 Tests, kein einziger positiv!

In der Zeit der Weinlese habe es wieder einen Anstieg auf tageweise bis zu 20 Inifizierte gegeben, doch aktuell sei die Lage wieder sehr beruhigt. Bei der großen Testaktion Mitte Dezember gab es bei 566 Abstrichen nur einen Verdachtsfall, der sich beim anschließenden PCR-Test als negativ herausstellte.

Sicher auch zur Bewusstseinsbildung beigetragen haben die großen Antikörper-Tests (Bluttests) der DPU Krems, die am Samstag, 13. Februar, fortgesetzt werden.

DPU-Direktor Robert Wagner: Tests in Weißenkirchen werden im Februar fortgesetzt.
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In der Wachauhalle wurden im Rahmen der Fortsetzung der sogenannten „Wachau-Studie“ am 10. und 11. Dezember 152 vormals angesteckte Personen untersucht. „Bei knapp 84 % der Betroffenen, die im März infiziert waren, sind nach wie vor Antikörper nachweisbar“, berichtet DPU-Wissenschaftsdirektor Robert Wagner.

Die Ergebnisse decken sich mit denen im Oktober, als bei Tests ebenfalls bei 84 % der untersuchten ehemaligen Erkrankten Antikörper nachgewiesen worden waren. Bei den restlichen 16 % wurde „größtenteils eine Hintergrund-Immunität festgestellt“. In etwa zwei Drittel der Fälle war dort die Information zum Erreger in sogenannten T-Gedächtniszellen gespeichert, die bei neuerlichem Kontakt mit dem Virus Interferon-Gamma ausschütten, also ebenfalls den Träger schützen.

Bei der Fortsetzung der Aktion am Samstag, 13. Februar, sind einerseits alle Weißenkirchner eingeladen, sich testen zu lassen (Wagner: „Wir hoffen auf 900 Freiwillige!“), um einmal mehr die Dunkelziffer der einst Infizierten aufzuhellen. Andererseits kann jeder Niederösterreicher, der im Frühjahr infiziert war, sein Blut untersuchen lassen, um festzustellen, wie viel Abwehr noch vorhanden ist.

Die Impfung wird von den DPU-Fachleuten übrigens massiv befürwortet, „um das Virus entscheidend einzudämmen“. Und auch vor dem Hintergrund, dass dieses mutiere, sei keine Panik angebracht.