Region Wagram: Für 2020er-Wein ist viel „G’spür“ nötig. Im Finale musste wegen des Regens viel mit der Hand gelesen werden. Qualität ist hoch, Menge entspricht dem Durchschnitt.

Von Günter Rapp. Erstellt am 03. November 2020 (05:51)
Im Vorjahr durften sich Svetlana, Bianca und Ludwig Güntschl noch über eine tolle „Sturmwarnung“ freuen.
Günter Rapp

Die Traubenernte in der Region Wagram ist nahezu abgeschlossen. Nur einzelne spezielle Lesen sind noch ausständig. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: tolle Qualitäten, wenn auch etwas geringere Erntemengen.

„Um den optimalen Zeitpunkt der Traubenlese zu finden, braucht es viel Gespür und Intuition. Wir haben ihn auch heuer wieder perfekt getroffen“, sagt Andreas Polsterer vom Feuersbrunner Weingut Bründy-Polsterer. „Die Qualität der Trauben war hoch, und die zu erwartende Erntemenge dem Durchschnitt entsprechend.“

Qualitativ gut, mengenmäßig ein Drittel weniger

Sowohl mit der Qualität als auch mit der Quantität ist der Kirchberger Winzer und Bürgermeister Wolfgang Benedikt sehr zufrieden. „Obwohl die Lese zuletzt von einer Regenwoche unterbrochen wurde, präsentieren sich die Trauben in einem Topzustand. Die Weine sind sehr würzig, fruchtbetont und harmonisch“, so Benedikt.

Der Gösinger Winzer Ludwig Güntschl, ist mit der Weinernte ebenfalls zufrieden. „Qualitativ tolle Ergenisse bringt uns der neue Jahrgang. Mengenmäßig haben wir in unserem Betrieb rund ein Drittel weniger Ertrag bei der heurigen Weinernte.“

Um durch die Regentage beschädigten Trauben zu entfernen, war viel Handarbeit erforderlich. „Wenn zu viele Trauben an den Stöcken sind, kann es durch den Regen zur Fäulnisbildung kommen.“ Mit der Erntemaschine könne nur dann gelesen werden, wenn vorher eine händische Auslese erfolgt.

Was es heuer nicht gab, war die traditionelle „Sturmwarnung“, die mittels SMS zur Sturmverkostung in den Panorama-Heurigen Güntschls geladen wird. Der vergärende Traubensaft ist nur kurz „der optimale Sturm“, und das kann nur kurzfristig bekannt gegeben werden. Das gab es heuer coronabedingt allerdings nicht.

Viele Weingüter in der Region Wagram haben bereits ihren ersten Jungwein in der Flasche, etwa das Felser Bio-Weingut Urbanihof Paschinger, wo der Jungwein „Young Boy“ bereits angeboten wird.