Corona-Tests: Jeder achte Weißenkirchner war krank!. Überraschendes Ergebnis der Studie der Danube Private University (DPU) Krems-Stein bei der Testung der Bewohner der Wachaugemeinde: Jeder achte Bürger war erkrankt. Die meisten haben es nur nicht bemerkt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. Juni 2020 (12:30)

Mit 17 nachweislich Erkrankten (bei 1.393 Hauptwohnsitzern) war Weißenkirchen in der Corona-Zeit bereits der offizielle (von der NÖN so genannte) "Hotspot" im Bezirk Krems. Die Zahl der Erkrankten war jedoch viel höher.

Mehr als 100 Bewohner krank

Das zeigt die Studie der DPU, bei der am 20. Juni insgesamt 884 Personen von Mitarbeitern des Kremser Roten Kreuzes getestet wurden. Der hohe Wert überraschte alle am Projekt Beteiligten: Mindestens jeder achte Weißenkirchner war an Corona erkrankt. Bei der Präsentation der Ergebnisse am 30. Juni wurde betont, dass beachtliche 12 Prozent der Bewohner der Wachaugemeinde, die getestet wurden – konkret 102 von 884 Personen – bei den Blutanalysen positiv waren. Studien-Leiter Ralf Braun warnte aufgrund der Erkenntnisse: „Das Virus ist noch aktiv, es ist nicht auszuschließen, dass weitere Menschen erkranken.“ 

Krankheit bei vielen unbemerkt

DPU-Direktor Robert Wagner dankte dem Roten Kreuz für die professionelle Abwicklung des Test-Tags, bei dem 31 Helferinnen und Helfer der Organisation acht Stunden lang zum Einsatz kamen. Auch der Gemeinde Weißenkirchen ist er "für das Lobbying für die Sache" dankbar. „Nachdem in der Corona-Zeit ,nur‘ 17 Menschen nachweislich positiv getestet wurden, bedeutet das Ergebnis mehr als eine Verfünffachung des Werts. Die meisten Infizierten hatten ihre Erkrankung gar nicht bemerkt!“

"Das Virus ist immer und überall!"

Bürgermeister Christian Geppner mahnt angesichts der Ergebnisse zur Vorsicht: „Wir waren positiv überrascht, dass sich so viele Menschen zum Test gemeldet haben. Aber das Virus ist immer und überall!" Nach möglichen Begründungen für die extrem hohe Zahl an "unbemerkt" Erkrankten befragt, verwies der Gemeindechef auf die Rückkehr einer Reisegruppe aus Israel am 6. März, in welcher es nachweislich eine hohe Zahl an Erkrankten gab. Aber es könnten auch Weinlieferungen von Weißenkirchner Hauern in Ski-Orte in Westösterreich eine Rolle gespielt haben.

Weitere Tests, Ergebnis Ende Juli

Weitere Erkenntnisse erwartet man sich aus der Testung von weiteren rund 100 Kandidaten, die den Test-Termin verpasst haben. Auch der Frage des Grundes der hohen Zahl im Vergleich zur zweiten blau-gelben Testgemeinde Reichenau an der Rax werde man in direkter Kooperation mit den dortigen Organisatoren nachgehen. "Bislang haben wir noch keine konkrete Begründung", meinte Wagner. Auch der Zusammenhang mit den Blutgruppen der Testpersonen werde im Zuge folgender Untersuchungen noch zu klären sein, ehe man Ende Juli noch genauere Aussagen treffen können werde.