NS-belasteter Straßenname in Krems verschwindet. In Krems verschwindet ein NS-belasteter Straßenname. Aus der Maria-Grengg-Gasse wird die Margarete-Schörl-Gasse, teilte das Rathaus am Donnerstag mit.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 25. Februar 2021 (13:48)
Franz Aschauer

Die Stadtpolitik folge damit einer Empfehlung des Historikerbeirates und arbeite ein Stück Zeitgeschichte auf. Die mehrheitliche Entscheidung ist in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates gefallen.

Die Malerin und Heimatdichterin Maria Grengg (1888-1963) sei keine Mitläuferin gewesen, sondern habe "offen ihre ideologische Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus und die Verehrung von Adolf Hitler" bekundet.

"Obwohl viele ihrer Werke antisemitisch und rassistisch sind, wurde die Straße 1990 nach ihr benannt". Diesen Passus wird die Zusatztafel der künftigen "Margarete-Schörl-Gasse" beinhalten, die zu Kindergarten, Volksschule und Hort in Stein führt.

Margarete Schörl (1912-1991) war eine Reformpädagogin im Kindergartenbereich (Schörl-Pädagogik) und als Ordensmitglied der Englischen Fräulein in Krems tätig. Sie sei "die richtige Namensgeberin für eine Straße, die zu einem Kindergarten, einer Volksschule und einem Hort führt", betonte Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) in der Debatte im Gemeinderat. "Krems ist eine weltoffene Bildungs- und Kulturstadt. Lassen Sie uns das hier auch zeigen."

Der Historikerbeirat hatte sämtliche Fakten zu Maria Grengg geprüft und schließlich die Umbenennung empfohlen. Der Beschluss im Gemeinderat fiel dem Rathaus zufolge mit den Stimmen von SPÖ, KLS und Pro Krems gegen jene von ÖVP und FPÖ.