Auch Kremser Kulturszene sitzt weiter im Wartesaal. Veranstalter hoffen auf einen Start nach Ostern, im Cinemaplexx Krems rechnet man eher mit Mai.

Von Petra Vock. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:49)
Das Osterfestival (Archivbild aus der Minoritenkirche in Stein) wird nicht zu Ostern stattfinden, sondern erst im Juni. Das Donaufestival soll statt im Frühling im Oktober über die Bühne gehen.
Sascha Osaka

Während Museen wieder geöffnet sind, heißt es für Kinos und Veranstaltungen weiter warten. In der Kulturszene sorgt das für gemischte Gefühle.

„Unter allen Innenräumen besteht in Veranstaltungsbetrieben mit modernen Lüftungsanlagen das niedrigste Ansteckungsrisiko“, verweist Kesselhauskino-Programmleiterin Paula Pöll auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie der TU Berlin. „Daher hätten wir uns einen weiteren Öffnungsschritt gewünscht. Wir hoffen sehr, dass wir das Kino im Kesselhaus zumindest nach Ostern wieder aufsperren können!“, so Pöll.

„Lieber möglichst sicher als möglichst bald“, meint dagegen Peter Hauswirth, der Betreiber des Cinemaplexx Krems, das wegen mangelnder Filmstarts schon seit 12. Oktober geschlossen ist. Hauswirth hofft auf eine Wieder-Öffnung im Mai und sagt: „Besser einen Monat später, als dass bald darauf ein neuer Lockdown kommt und wir dann abgelaufene Ware haben.“ Die Pause hat er genutzt, um Modernisierungen durchzuführen: „Wir haben den Kassen- und Buffetbereich komplett neu umgebaut, die WC-Anlagen saniert und werden im Außenbereich wahrscheinlich noch eine Elektrotankstelle errichten.“

Oster- und Donaufestival auf später verschoben

„Bitte warten!“, heißt es auch für das Publikum der Kremser Festivals: „Aufgrund der weltweit angespannten Lage in Bezug auf die Corona-Pandemie, der Reiseeinschränkungen und der mangelnden Planungssicherheit haben wir uns entschlossen, das Osterfestival Imago Dei in den Juni und das Donaufestival in den Herbst zu verschieben“, berichtet Klaus Moser, Geschäftsführer der NÖ Festival und Kino GmbH. Ob das Festival „Literatur & Wein“ wie geplant von 22. bis 25. April in Göttweig stattfinden kann? „Wir warten mal auf die behördlichen Entscheidungen am 1. März“, erklärt Michael Stiller vom Unabhängigen Literaturhaus NÖ. „Das Programm ist fertig, und es gibt mehrere adaptierte Konzepte, je nachdem, was möglich ist.“ Ganz so wie immer werde es heuer sicher nicht sein, aber Stiller hofft, dass das Publikum zumindest „in den Pausen im Sitzen ein Glas Wein genießen“ kann.

Einen Start nach Ostern wünscht sich auch Günter Fallmann, der Obmann des Vereines „That‘s Jazz“, dessen Konzerte im Wirtshaus Salzstadl in Stein stattfinden. Den März hat er bereits abgeschrieben: „Für eine März-Veranstaltung kann man nicht zuwarten, was am 1. März ausgehandelt wird.“

Finanzielle Probleme hat der kleine Verein „That‘s Jazz“ wegen Corona aber nicht, wie Fallmann erklärt: „Bei uns erfolgt alles ehrenamtlich und den geringen Aufwand von unnötig gedruckten Plakaten und Foldern hat die ,Struktursicherungsförderung‘ gut ausgeglichen.“ Wirklich ausbaden müssten die Künstler den Druck, bedauert Fallmann: „Dieser Druck auf die Kunstschaffenden könnte langfristig zu einer personellen Ausdünnung der Szene führen.“

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