Krems: Frecher Baumdieb fällte auch Weinstöcke. Eichen am helllichten Tag aus Gemeindewald gestohlen. Anrainerin beklagt jetzt Schaden in ihrem Weingarten.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 13. November 2018 (06:23)
Martin Kalchhauser
Gertrude Toifl mit einem der niedergebrochenen Steher in ihrem Weingarten „Langer Retter“ zwischen der Schießstätte Egelsee und der Schwarzalm: „Angeblich wurden mehrere Eichen in unmittelbarer Nähe ebenfalls gefällt und gestohlen.“

Frechheit siegt! Am helllichten Tag rückte ein bislang unbekannter Täter vor wenigen Tagen zur Holzernte in einem gemeindeeigenen Wäldchen zwischen Schwarzalm und Egelseer Schießstätte aus. Bei seinem kriminellen Tagwerk beschädigte er auch einen angrenzenden Weingarten massiv.

Heurigenwirtin war bereits einmal Opfer so einer Tat

ÖVP-Stadtrat Martin Sedelmaier, für die Liegenschaften der Stadt Krems verantwortlich, bestätigte in der Vorwoche auf NÖN-Anfrage den Vorfall. Mehrere Bäume fehlen. Beim Umschneiden eines besonders stattlichen Exemplars passierte dem Täter, dass dieses auf den benachbarten Weingarten der Winzerin Gertrude Toifl fiel. Ein Steher und mehrere Rebstöcke fielen dem Vorfall zum Opfer.

Johann Lechner
Stadtrat Martin Sedelmaier bestätigt den Vorfall: „Wird zur Anzeige gebracht!“ Foto: Johann Lechner

„Es tut mir für die Anrainerin leid. Ich habe auch schon mit ihr gesprochen, und wir werden uns bemühen, das in guter Nachbarschaft zu lösen“, meint Sedelmaier. Obwohl die Stadt keine Schuld trifft. Denn Recherchen haben ergeben, dass es jedenfalls kein Bauhofmitarbeiter oder sonstiger Berechtigter war der da ans Werk gegangen ist. Die Sache wurde daher am Montag (12.11.) bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Gesehen wurde, so Toifl, von Weingartennachbarn lediglich ein Geländewagen, der dort länger stand. „Aber da sind ja immer wieder Ausflügler unterwegs, die spazieren gehen oder auf dem Bankerl rasten.“ Die verärgerte Heurigenwirtin zeigte der NÖN beim Lokalaugenschein die unübersehbaren Spuren der Tat – nicht nur die demolierte Weingartenreihe. Mehrere Häufchen von Sägespänen zeigen, dass der Unbekannte den Baum offenbar gleich an Ort und Stelle aufgearbeitet hat.

Kurios: Toifl wurde schon vor einigen Jahren einmal Opfer eines Baumes, der in ihren Weingarten (damals am Braunsdorfer) gestürzt ist. Damals stellte sich das als Bubenstreich hervor. Jugendliche hatten eine in einer Hütte entdeckte Kettensäge entdeckt und damit hantiert. Der Baum war allerdings an Ort und Stelle zurückgeblieben.