Totes Reh im Kamptal: Übeltäter Wolf?. Ein übel zugerichtetes Reh am Zöbinger Kogelberg sorgt unter der Jägerschaft für Diskussionen. Indes tappte einen Monat zuvor ein Wolf im Gföhlerwald in eine Kamerafalle.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 05. Februar 2019 (06:11)
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Eine Kamera im Revier „Saubrunn“ machte diese Aufnahme. Keine Freude über die Präsenz des Wolfes hat der dortige Jagdleiter Anton Maurer (Bild oben). Fotos: privat

Bis dato verschonte der Wolf den Bezirk Krems weitestgehend. Lediglich durch einzelne Sichtungen von Jägern und Privatpersonen machte das Raubtier auf sich aufmerksam. Tot aufgefundene Rehe konnten dem Wolf meist nicht eindeutig nachgewiesen werden.

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Vor rund zwei Wochen fand Jäger Paul Skumantz dieses tote Reh. Er vermutet einen Wolf als Mörder, Waidmann Johann Hengstberger einen Fuchs.

Für eine dauerhafte Ansiedlung ist der Bezirk Krems für den Wolf nicht sonderlich reizvoll. Zu dicht ist die Besiedlungsstruktur. Doch auch die ausgedehnten Streifzüge des Wolfs können gehörigen Schaden anrichten. Das zeigen Schafs- und Ziegenrisse in Hadersfeld (Bezirk Tulln) und Mauerbach (Bezirk St. Pölten-Land).

Aktuell beschäftigt der Wolf vor allem die Jägerschaft im Bezirk Krems. Denn vor rund zwei Wochen fand Jung-Waidmann Paul Skumantz ein übel zugerichtetes Reh am Zöbinger Kogelberg. „Ich vermute einen Wolf dahinter“, sagt Skumantz.

„Ein Wolf würde viel mehr Fleisch nehmen“

Anders sieht das Johann Hengstberger, stellvertretender Bezirksjägermeister von Krems. Er sieht einen Fuchs als Übeltäter. „Ein Wolf würde viel mehr Fleisch nehmen. Für den Fuchs ist es typisch, dass er das Haupt oder die Schulter wegbeißt.“

Schon einen Monat bevor das totgebissene Reh im Kamptal entdeckt worden war, tappte in der Region Gföhleramt/Gföhlerwald ein Wolf in eine Fotofalle. Der Jagdaufseher im Revier „Saubrunn“, Anton Maurer, hat keine Freude mit der Präsenz des großen Beutegreifers. „Der Aufnahmeort ist rund 400 Meter von den nächsten Gehöften entfernt, das Gebiet wird intensiv von Reitern, Joggern, Radfahrern und im Sommer Schwammerlsuchern frequentiert.“

Für Maurer hat der Wolf „keine unbegrenzte Daseinsberechtigung mehr“. Seine Ausbreitung werde längerfristig zur Gefahr. „Die zentrale Frage wird bald lauten: ‚Wer schützt Wild und Jogger vor dem Wolf?‘“

Maurers Lösungsansatz: „Der Wolf muss wie alles andere Wild bejagt werden. Nicht Wolfsbeauftragte, sondern gesetzliche Abschusspläne mit Schuss- und Schonzeiten sind die Lösung.“