Waffengeschäft ist auf Terror-Angriff vorbereitet. Verfassungsschutz warnt vor terroristischen Angriffen. Kremser Händler verspricht Gegenwehr bei Überfall.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 21. November 2017 (04:32)
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Symbolbild. Foto: kubicka/Shutterstock

Nach wie vor aktiv ist eine Warnung des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung vor Angriffen für „terroristische Zwecke“ auf Waffengeschäfte. Alleine in Niederösterreich soll die Polizei bereits zwei geplante Überfälle von Terrorverdächtigen vereitelt haben.

Immer mehr Waffenhändler fordern seitdem die Ausstellung von Waffenpässen für Eigentümer und Angestellte. Damit wären sie zum Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit berechtigt. Die Behörden kommen diesem Wunsch im Regelfall aber nicht nach.

Bereits im Besitz eines Waffenpasses ist Marcus Huber, Eigentümer von „Waffen Huber“ in der Spänglergasse. „Und den habe ich nur, weil ich Jäger bin und ihn schon vor vielen Jahren beantragt habe. Da war es noch leichter, einen Waffenpass zu bekommen, ein Waffengeschäft zu haben reichte als Begründung. Dass die Behörden jetzt die Anträge der Waffenhändler ablehnen, mit der Begründung, es gäbe keine konkrete Gefährdung, ist schon sehr merkwürdig“, kritisiert Huber.

Seit 2001 betreibt er sein Geschäft im Herzen der Innenstadt und beschäftigt einen Mitarbeiter. „Er ist Sportschütze, hat zurzeit aber noch keinen Waffenpass.“

„Früher war es noch leichter, einen Waffenpass zu bekommen, ein Waffengeschäft zu haben reichte als Begründung.“Marcus Huber

Mit terroristischen Angriffen auf sein Geschäft rechnet Huber nicht. „Ich glaube nicht, dass Waffengeschäfte wahnsinnig interessant für Terroristen sind, weil diese mit Gegenwehr rechnen müssen. Mein Geschäft ist auch viel zu klein, da könnten sie höchstens zehn Leute ausrüsten. Am illegalen Markt kommen Terroristen viel einfacher zu Waffen.“

Wie konkret die Bedrohung terroristischer Angriffe auf Waffengeschäfte ist, weiß Waffenrechts-Experte Raoul Wagner. Laut dem Wiener Anwalt hat die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu Überfällen auf Waffenhändler aufgerufen, um mit dem erbeuteten Material Anschläge – auch in Österreich – zu verüben.

Die Bedrohung von Überfällen auf Waffengeschäfte habe es schon immer gegeben, sieht Huber die Lage nicht ganz so dramatisch. Beim Verlassen des Geschäfts trage er schon lange eine Pistole.

In der Bevölkerung ist die Zahl der Waffenbesitzkarten und Waffenpässe übrigens in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Im Bezirk wurden heuer bereits 130 Dokumente ausgestellt. Im gesamten Vorjahr waren es insgesamt gar 334.