Machtwechsel in Paudorf? ÖVP pokert hoch. Kommt Machtwechsel in Paudorf? Sogar das Amt des Vizebürgermeisters für Ein-Mann-Fraktion der FPÖ scheint möglich.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:15)
Kommt es in Paudorf zu einem Machtwechsel von Rot zu Schwarz? Vieles deutet derzeit darauf hin, auch wenn offiziell noch keine Entscheidung gefallen ist. Josef Böck (links): Kommt es zum ÖVP-FPÖ-Deal, sind Tage des Bürgermeisters gezählt. Martin Rennhofer (Mitte): ÖVP pokert hoch im Kampf um Bürgermeister. FPÖ-„Solist“ Erich Spiegl (rechts) lässt sich mit seiner Entscheidung noch Zeit. Fotos: Kalchhauser (Böck), Monihart/ÖVP (Rennhofer) und FPÖ (Spiegl)
Kalchhauser (Böck), Monihart/ÖVP (Rennhofer) und FPÖ (Spiegl)

Es bleibt spannend in Paudorf. Wie berichtet, hat die SPÖ am 26. Jänner die absolute Mehrheit verloren und stellt als (weiter stimmenstärkste) Fraktion im Gemeinderat so wie die ÖVP nun zehn Mandatare. Die FPÖ kann mit einem Mandat den Königsmacher spielen.

Vorerst halten sich noch alle bedeckt. „Wir haben Gespräche geführt“, erklärt ÖVP-Chef Martin Rennhofer. „Aber es ist alles offen, und wir wollen das noch nicht kommunizieren.“

Kommt es in Paudorf (im Bild die Hellerhofgärten) zu einem Machtwechsel von Rot zu Schwarz? Vieles deutet derzeit darauf hin, auch wenn offiziell noch keine Entscheidung gefallen ist.
Natur im Garten/Alexander Haiden

Auch FPÖ-Mandatar Erich Spiegl, der für „Mitte der Woche“ eine Entscheidung ankündigt, legt sich noch nicht fest. Er spreche sowohl mit SPÖ als auch ÖVP. „Wir sind aber schon im Endspurt“, meint er im NÖN-Telefonat. Gerüchte, dass er sein Mandat dem zweiten Kandidaten, Hannes Mühlböck, überlasse, dementiert er: „Aber ich muss noch einiges regeln. Ich bin ja auch Kammerrat und Betriebsrat in meinem Unternehmen (Egger, Radlberg, Anm.).“

„Große Koalition“ als Vorschlag der SPÖ

Gespräche mit beiden Mitbewerbern hat auch SPÖ-Bürgermeister Josef Böck bereits geführt. „Es hat zwei Gespräche mit Spiegl gegeben, eines mit der ÖVP. Da folgt aber am 18. Februar noch ein weiteres.“

Josef Böck: Kommt es zum ÖVP-FPÖ-Deal, sind Tage des Bürgermeisters gezählt.
Foto: MK

Wäre für ihn, Böck, eine „große Koalition“ mit der ÖVP denkbar? „Das war sogar ein konkreter Vorschlag von unserer Seite. Aber die ÖVP hat den Bürgermeister-Anspruch gestellt. Deshalb muss es ja noch ein weiteres Gespräch geben.“ Vorschlag der SPÖ sei gewesen, der zweitstärksten Fraktion den Vizebürgermeister anzubieten und bequem mit einer ungefährdeten 20:1-Mehrheit zu arbeiten.

Dass die SPÖ dem einzigen FPÖ-Gemeinderat für den Preis des Weiterregierens das Vizebürgermeisteramt anbieten werde, glaubt Böck nicht. Im Fall einer ÖVP-Machtübernahme erscheint dies laut Ansicht eines Volkspartei-Insiders hingegen als „gut möglich“.

Das Pokerspiel geht weiter …