Rätsel um Casino-Grund in Krems-Stein. „Kein Bedarf!“ Casinos AG trennte sich von Areal, auf dem einst Spielbank, Hotel und Kongresszentrum vorgesehen waren. An wen ging das Grundstück beim Millionendeal?

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 07. Juli 2021 (06:01)
Casino Grund Krems
Rätselraten um das 6.400 m² große Grundstück an der Adresse Steiner Donaulände 5 (zwischen dem Hofer-Markt und der Firma Hintenberger). Wer ist der neue Eigentümer, und was hat er vor? 
Immobilien Funk

Ein Millionendeal ging in den vergangenen Tagen fast unbemerkt über die Bühne: Mithilfe der Firma Funk Immobilien veräußerte die Casinos Austria AG das 6.400 m² große Grundstück an der Adresse Steiner Donaulände 5.

Keine Angaben zu Preis und Käufer

Das Areal, in Bestlage zwischen Donau und Kulturbezirk situiert, wurde im Rahmen eines Bieterverfahrens vergeben. Der Mindestverkaufspreis betrug 3,9Millionen. Laut Funk-Geschäftsführer Georg Flödl erreichte man einen „Bestpreis“, der diesen „bei Weitem übertroffen“ habe. Über die genaue Summe wurde jedoch ebenso Stillschweigen vereinbart wie über den Käufer.

NÖN-Leser erinnern sich vielleicht: Die Casinos AG hatte den Grund 2014 erworben, beim Bewerb um eine Lizenz für ein Spielcasino jedoch gegenüber der Novomatic den Kürzeren gezogen. Wie später bekannt wurde, wären damals dort auch ein Hotel und ein Kongresszentrum geplant gewesen. 3,5 Millionen Euro ließ sich das Glücksspielunternehmen die Fläche kosten, was den Besitzerwechsel zu einem der Rekord-Deals in der Stadt Krems machte.

Danach wusste man nicht, was man mit dem von der Diskonter-Kette Hofer, die unmittelbar daneben einen Supermarkt betreibt, erworbenen Grundstück anfangen sollte. Warum wurde es jetzt veräußert? „Es war ein nicht notwendiges Betriebsvermögen“, erklärt Casinos-Pressesprecher Patrick Minar. „Wir haben einfach keinen Bedarf.“ Interesse am Grundstück habe nur in der Zeit der Bewerbung um die Casino-Lizenz bestanden. „Aber das Thema ist schon lange erledigt.“

6 Millionen? „Definitiv zu hoch gegriffen!“

Keine Angabe macht auch die Casinos AG zum Verkaufspreis. Die kolportierte Summe von 6Millionen Euro sei aber gewiss nicht erreicht worden. Das sei definitiv zu hoch gegriffen. Angaben zum neuen Besitzer gibt es so wie vom Makler auch von der Verkäuferin nicht. Was auf dem Areal geplant ist, bleibt völlig im Dunklen. Minar: „Der Käufer wird sich demnächst an die Öffentlichkeit wenden. Ich will dem nicht vorgreifen.“

Flödl von Funk Immobilien sieht für den Grund zwischen Donaulände und B 3 (Kremser Umfahrung) einen „Hotspot für eine attraktive Weiterentwicklung der Stadt. Die nun veräußerte Immobilie besitzt enorm hohes Potenzial.“