110 Führerscheine im Bezirk Krems einkassiert. Weniger Unfälle, weniger Verletzte und Tote, aber Alkohol- und Drogendelikte gestiegen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 15. Februar 2020 (04:33)
Bezirkspolizeichef Manfred Matousovsky: 2020 mehr Aufmerksamkeit auf Drogen im Verkehr.
Weingartner-Foto (Hintergrund) bzw. NÖN

Eine deutliche Zunahme bei den Führerschein-Abnahmen, ein starkes Plus bei den Alkohol-Vortests und den Alkomattests weist die Verkehrsstatistik der Polizei für Stadt und Bezirk Krems im vergangenen Jahr auf.

Dennoch sind die Anzeigen nach Führerscheingesetz (ab 0,5 ‰ Alkohol im Blut) und Straßenverkehrsordnung (StVO – über 0,8 ‰) nicht auffallend stark angestiegen. Einen extremen Ausreißer gibt es bei den Anzeigen wegen des Missbrauchs von Suchtmitteln am Steuer. Sie schnellten von nur zwei im Jahr 2018 auf acht im darauffolgenden Jahr hoch.

„Weil keine ,Hotspots‘ mit Unfallhäufungsstellen feststellbar sind, können die Unfallzahlen durch Maßnahmen kaum mehr beeinflusst werden.“Bezirkspolizeichef Manfred Matousovsky

„Bei den Alkoholdelikten zeigt sich eine merkbare Steigerung im Jahresvergleich“, bilanziert Bezirkspolizeikommandant Manfred Matousovsky. Im mehrjährigen Durchschnitt ist aber, sicher auch aufgrund der zahlreichen Kontrollen, eine leichte Verlagerung von den stark Alkoholisierten zu den leicht Alkoholisierten zu erkennen.“ Mit 110 „Deckeln“ mussten deutlich mehr Führerscheine als im Jahr davor abgenommen werden.

Der Drogenproblematik wird – auch wenn die absolute Zahl relativ gering ist – im neuen Jahr „erhöhte Aufmerksamkeit“ zuteil werden, so der Bezirkspolizeichef. Eine Fortbildung mehrerer Beamter zur Erkennung von Drogenlenkern führte zur erhöhten Zahl ertappter Täter.

Einer der vier tödlichen Verkehrsunfälle im Jahr 2019 im Bezirk: Ein 33-jähriger Lenker eines Motorrades starb am 15. August bei einem Überholmanöver auf der Mauterner Umfahrung.
Freiwillige Feuerwehr Mautern

Eine durchaus erfreuliche Tendenz gibt es bei der Schwere der Folgen von Verkehrsunfällen. Während die Zahl derer mit Sachschaden deutlich gestiegen ist, hat sich jene mit Verletzten stark verringert.

„Da nach wie vor keine ,Hotspots‘ mit markanten Unfallhäufungsstellen feststellbar sind, können diese Zahlen durch Exekutivmaßnahmen kaum mehr beeinflusst werden“, erklärt Matousovsky. „Die Unfallumstände sind meist in Ablenkung und/oder in nicht angepasster Geschwindigkeit zu suchen.“

Stichwort Ablenkung: Obwohl 2019 weniger Handytelefonierer am Steuer ertappt wurden, muss davon ausgegangen werden, dass dieses Verbot nach wie vor oft missachtet wird. „Es werden auch diesbezüglich 2020 wieder Verkehrsschwerpunkte gesetzt.“

Einen minimalen Rückgang gab es auch bei den Verkehrstoten (von fünf auf vier). Einer davon hat sich im Magistratsbereich (B 37) ereignet, die anderen drei im Bezirk Krems.

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