„Schauspieler!“: Parksheriff zeigte kein Erbarmen. Kremser Wachorgan soll Meniskus-Verletzten „Schauspieler“ geschimpft haben.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 06. März 2019 (06:11)
Kurt Kramer riss sich bei einem Unfall im Eigenheim den Meniskus ein. Als Preis gab es einen Strafzettel (kleines Bild). Foto: Franz Aschauer
Franz Aschauer

Dass Parkwächter meistens gnadenlos sind und auch bei den geringsten Zeitübertretungen Organmandate ausstellen, ist kein Geheimnis. Im Falle Kurt Kramers hätte man aber doch etwas Nachsicht erwartet.

Der Pensionist verletzte sich beim Aufstehen aus der Badewanne am Knie und fuhr deswegen am Montag der Vorwoche nach Krems, um sich beim Röntgeninstitut Schneider untersuchen zu lassen. Sein Auto stellte er in der Zwischenzeit in der Kurzparkzone vor der Bäckerei Anker am Bahnhofplatz ab.

„Ich habe ihm gleich aus der Distanz zugerufen, dass er bitte warten soll. Da hat er nur gelacht, obwohl er gesehen hat, dass ich nicht gut zu Fuß bin.“Kurt Kramer

Eine Stunde darf man dort gebührenfrei stehen. „Inklusive Wartezeit habe ich rund eine Stunde gebraucht. Die Parkuhr habe ich auf 13:45 Uhr gestellt, um 14:47 bin ich Richtung Parkplatz zurückgehumpelt“, erzählt Kramer, bei dem ein Meniskus-Einriss diagnostiziert wurde.

Auf dem Weg dorthin bemerkte er schon den Parkwächter, der bei seinem Auto stand und einen Strafzettel ausfüllte. „Ich habe ihm gleich aus der Distanz zugerufen, dass er bitte warten soll. Da hat er nur gelacht, obwohl er gesehen hat, dass ich nicht gut zu Fuß bin.“

Als Kramer dann auf dem Parkplatz ankam, habe er dem Parksheriff von seiner Verletzung erzählt. Letzterer soll daraufhin „richtig ungut“ geworden sein. „Er hat gesagt, ich soll mit der Schauspielerei aufhören.“ Anschließend drückte ihm der junge Mann die Organstrafverfügung über 25 Euro in die Hand. „Mir geht es nicht um das Geld, nur die Art und Weise hat mich geärgert“, so Kramer.

Seitens der für die Parkraumüberwachung in Krems zuständigen Firma G4S äußerte sich auf NÖN-Anfrage niemand zu dem Vorfall.