Krems: Nostalgiefahrt auf zwei Rädern

Kremser Karl Zierlinger kam mit seiner Vespa diesmal sogar bis ins Landesinnere Albaniens.

Martin Kalchhauser
Martin Kalchhauser Erstellt am 26. September 2021 | 05:32
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2.450 Kilometer war der Kremser Fotograf und Fotofachhändler Karl Zierlinger auf „Nostalgietour“ durch das ehemalige Jugoslawien. Foto: privat
Foto: privat

Vor genau 50 Jahren unternahmen der Kremser Fotofachhändler Karl Zierlinger (70) und sein Freund Willi Hirschmüller mit einem Renault R 8 eine Reise durch Jugoslawien. Sie kamen damals bis an den südlichsten Zipfel, an die Grenze Albaniens. Jetzt wiederholte Zierlinger seine Fahrt – auf zwei Rädern, mit seiner Vespa 300 HPE.

„Ich habe unter anderem die Plitvicer Seen und Mostar mit seiner berühmten ,Stari Most‘ (Alte Brücke) besucht, die wir damals aus Zeitmangel ausgelassen haben“, erzählt der Fotograf. „Und ich war auch im erst in den 1980er-Jahren bekannt gewordenen Wallfahrtsort Medjugorje.“ Mit einem Abstecher in das Bergdorf Boge stand diesmal auch noch der kleine Balkanstaat Albanien auf der Liste. 1971, in der Zeit des Diktators Enver Hodscha, waren dort die Grenzen für Reisende noch absolut dicht gewesen.

„Die Fahrt war für mich ein Probelauf, weil ich in der Pension eine Fahrt nach Griechenland plane.“ Karl Zierlinger

Zierlinger, der diesmal bei seiner Fahrt auf dem 24 PS (18 kW) starken gelben Zweirad durch Slowenien, Kroatien und Serbien alleine unterwegs war („Da bin ich – mit Ausnahme einer möglichen Panne – sehr flexibel unterwegs!“), spulte in nur genau sechs Tagen beachtliche 2.450 Kilometer herunter. „Meine Mutter hat mich deshalb sogar als ,verrückt‘ bezeichnet“, erzählt er schmunzelnd. „Ich finde, die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen auf dieser Reise haben sich aber auf jeden Fall ausgezahlt.“

Und der Kremser will sogar noch eins drauflegen. „Für mich war diese Reise auf zwei Rädern ein Probelauf. In der Zeit, in der ich dann ganz in Pension bin“, stellt der 70-Jährige fest, „plane ich nämlich eine Fahrt nach Griechenland.“

Die soll dann nach den Plänen des reisefreudigen Vespa-Piloten aber jedenfalls mindestens zwei oder sogar drei Wochen dauern …