Arbeitslosigkeit ist Thema Nummer 1 für die AK Krems. Arbeiterkammer erkämpfte 2020 über 4 Millionen Euro für Mitglieder in der Region Krems.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 19. Februar 2021 (05:38)
4,135 Millionen für Arbeitnehmer aus der Region erkämpft: AKNÖ-Krems-Bezirksstellenleiterin Doris Schartner (links) und AKNÖ-Vizepräsidentin Gerda Schilcher präsentierten die Jahresbilanz 2020.
Martin Kalchhauser

4.135.086 Euro trug die AK-Bezirksstelle Krems zur Summe von Ansprüchen im Wert von 46 Millionen Euro bei, die landesweit von der AKNÖ für Mitglieder erkämpft wurden.

Neue Nummer 1 bei den Anfragen sei das Thema Arbeitslosigkeit, dieses habe Fragen zur Pension verdrängt. In fast 7.000 Fällen, so AK-Bezirksstellenleiterin Doris Schartner, die die Zahlen gemeinsam mit AKNÖ-Vizepräsidentin Gerda Schilcher präsentierte, sei eine intensive Beratung nötig gewesen. „Allein in der Telefonberatung stieg die Zahl der Anfragen um ein Viertel.“ Schartner ortet „mehr Angst bei den Dienstnehmern“, bei denen Fragen rund um das Thema Corona (von Homeoffice bis hin zu Sonderbetreuungszeiten für Kinder im Distance Learning) viele Fragen aufwerfe. Sie hat jedoch auch Verständnis für die Dienstnehmer: „Bei manchen Betrieben merkt man, dass es an die Grenzen geht.“

Dennoch habe man vielen Mitgliedern zu ihrem Recht (und Geld) verhelfen können. Etwa einem Bediensteten eines Bekleidungsgeschäfts, der seine Stunden „vor Corona“ einvernehmlich reduziert hatte, um später wieder in Vollzeit durchstarten zu können. Doch dann: Kündigung! 2.100 Euro wurden nachgezahlt. Schartner: „Auch wenn die derzeitige Lage Betrieben oft viel abverlangt – gesetzliche Bestimmungen wie Kündigungsfristen gelten nach wie vor und müssen von beiden Seiten eingehalten werden.“

Schilcher: „Um der Krise gegenzusteuern, muss die Kaufkraft steigen. Daher fordern wir ein Gutscheinheft von 1.000 Euro für jeden Haushalt – mit Gutscheinen, die in der regionalen Wirtschaft eingelöst werden können.“ 730.000 Haushalte würden davon profitieren.