Volksbefragung zu Stupa-Bau in Gföhl. "Kleine Stadt mit großem Herz" steht auf der Homepage von Gföhl. Ob sich der Slogan auch auf Toleranz bezieht, wird der kommende Sonntag erweisen: Dann sind die Bürger der Waldviertler Gemeinde nämlich aufgerufen, über einen buddhistischen Stupa-Bau zu entscheiden.

Erstellt am 09. Februar 2012 (10:53)
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Das Projekt einer Wiener Stiftung ist nicht unumstritten - zuletzt ließ die Stadt-FPÖ sogar die Koalition mit der ÖVP platzen.

Dem Wortlaut nach geht es in der Volksbefragung darum, ob das betreffende Grundstück für die Errichtung des Sakralbaus umgewidmet werden soll. ÖVP-Bürgermeister Karl Simlinger, der für das Vorhaben eintritt und sich nicht zuletzt auch touristische Impulse für Gföhl erwartet, hofft auf Zustimmung der Bevölkerung. Die Leute seien aber geteilter Meinung, ein Ergebnis daher für ihn nicht abschätzbar, meinte er.

Hinter dem Projekt stehen die Lotos-Lindmayer-Privatstiftung und der Pyung Hwa Sa Friedensverein, Projektleiter ist der südkoreanische Mönch Bop Jon Sunim, der auch einen Stupa in Ungarn realisiert hat. Den Informationen auf der Homepage zufolge soll auf einer Anhöhe im Osten von Gföhl das größte Weltfriedensdenkmal Europas auf einer Anhöhe im Osten von Gföhl entstehen.

Neben dem Stupa mit einer Halle für 100 bis 150 Personen ist auf dem zwei Hektar großen Areal ein rund 600 Quadratmeter großes Gebäude mit Gemeinschaftsräumen, sieben Wohnstudios für die Ordensmönche und -nonnen, sowie Meditationsräumen geplant. Dazu kommen ein Kiosk mit Sanitäranlagen und Parkflächen für Besucher. Gerechnet wird mit 3.000 bis 5.000 Gästen pro Jahr.

In der über lokale Grenzen hinausgehenden Diskussion hatten u.a. BZÖ-NÖ-Chef Ewald Stadler und die FPÖ ihre Ablehnung bekundet. Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng äußerte hingegen Vorbehalte und teilte auch mit, dass er das Projekt "sicher nicht befürwortet" hätte, wäre er gefragt worden. Andere Religionsvertreter mahnten hingegen eine "sachliche und respektvolle Diskussion" ein.