Punschstände in Krems: Gastro Ja, Vereine Nein. Glühwein gibt es in der Kremser Innenstadt heuer nur in reduziertem Ausmaß. Ein Adventmarkt im Stadtpark ist kein Thema.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:32)
Im Café Centro (ehemaliges Café Husky) von Isabella Kohl werden bereits Glühwein und Punsch ausgeschenkt.
Johann Lechner

Die Vorweihnachtszeit wird heuer auch in Krems ohne die traditionellen Adventmärkte über die Bühne gehen. Konsumation nur im Sitzen und Personenbegrenzungen machen die Indoor-Veranstaltungen in der Dominikanerkirche unmöglich.

Deutlich ausgedünnt sein wird auch die Glühweinmeile in der Landstraße. Nur die Gastronomie darf einen Außenausschank betreiben, Punschhütten der Sportvereine und Blaulichtorganisationen wird es nicht geben, das gab Bürgermeister Reinhard Resch am Montag bekannt.

„Das ist sicher nicht gerecht. Es braucht da eine klare Linie.“Andreas Ettenauer, Präsident des 1. FC Union Stein

„Abstandsregeln sind beim beschränkten Platzangebot der Stehtische bei den Punschständen kaum einzuhalten. Naturgemäß fördert die Konsumation von Alkohol das ‚Näher-aneinander-Rücken‘ und das ist bei nicht-fixen Sitzplätzen (wie in den geschlossenen Räumen der Gastronomie) genauso wie die Konsumation in der Nähe der Abgabestellen ein zusätzliches Problem. Die Überwachung durch die Exekutive stellt die nächste Herausforderung dar“, erläutert der Stadtchef in einem Brief an die Vereine die Gründe.

Dass die Vereine nicht ausschenken dürfen, die Gastronomie aber schon, ist für Andreas Ettenauer, den Präsidenten des 1. FC Union Stein, nicht nachvollziehbar. „Ist es bei den Stehtischen von der Gastronomie etwa ungefährlicher als bei unseren? Das ist sicher nicht gerecht. Es braucht da eine klare Linie.“

Gerade für die arg gebeutelten Sportvereine wären die Punschhütten eine wichtige Einnahmequelle gewesen. Das von der Landesregierung verordnete Zuschauerverbot bei Meisterschaftsspielen in Bezirken, in denen die Corona-Ampel auf Orange steht, hat sie in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Ab dem kommenden Wochenende ist nun sogar der Kantinenbetrieb auf Sportplätzen, wo noch Zuschauer kommen dürfen, untersagt.

„Mir geht es um die Sicherheit der Stadt. Und wenn es 20 Stände weniger gibt, dann ist es sicherer.“Bürgermeister Reinhard Resch

Die unterschiedliche Regelung für Gastro und Vereine erklärt Resch mit der anderen Rechtsbasis, auf die die Gastronomie gestellt sei. Die Logik hinterfrage er nicht. „Mir geht es um die Sicherheit der Stadt. Und wenn es 20 Stände weniger gibt, dann ist es sicherer.“ Einen Freifahrtsschein habe die Gastronomie aber sowieso nicht. Die Polizei werde die Abstände streng kontrollieren und auch rigoros strafen, versichert Resch.

Die Platzprobleme umgehen und mit einem schönen Adventmarkt in den geräumigen Stadtpark zu gehen, sei kurz angedacht worden. „Die Vorbereitungszeit dafür ist aber zu kurz“, sagt Resch.

In anderer Form stattfinden wird indes der Christkindlmarkt im Biergarten des Hofbräu am Steinertor. Weniger Holzhütten und keine Veranstaltungen sollen ein Corona-konformes Vorweihnachtserlebnis ab Ende November ermöglichen.

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