Kremser McDonald‘s-Mitarbeiter fühlen sich ausgebeutet. Beschwerden Bediensteter und ehemaliger Mitarbeiter. Filialchef bestreitet alle Vorwürfe: „Sind sogar vorbildlicher Betrieb!“

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 29. Oktober 2020 (06:27)
Ausgenutzt fühlen sich mehrere Mitarbeiter der McDonald‘s-Filiale in Krems. Deren Betreiber ist darüber überrascht und bestreitet den Vorwurf, seine Bediensteten auszubeuten.
Martin Kalchhauser

Ausgebeutet fühlen sich einige – teils noch beschäftigte, teils ehemalige – Mitarbeiter der Kremser McDonald‘s-Filiale. Deren Besitzer (Franchise-Nehmer) dementiert die Vorwürfe und konstatiert eine hohe Mitarbeiter-Zufriedenheit: „Die Bediensteten sind happy bei uns!“

1.200 Euro (netto) für 40 Stunden, laufende Unterbesetzung in verschiedenen Bereichen und nicht ausbezahlte Überstunden, die irgendwann plötzlich „gelöscht“ sind. Solche und weitere Vorwürfe erheben einige Angestellte der Filiale des Burger-Riesen in Krems.

„Mir wurde, als ich mich wegen Fiebers krankmelden musste, gesagt: ,Morgen bist du wieder da, sonst kannst du gleich daheimbleiben!‘“, erzählt ein Ex-Mitarbeiter.

Zulagen für die vielen Nachtstunden – aktuell ist täglich von 7 bis 1 Uhr offen, vor der Corona-Pandemie war freitags und samstags erst um 4 Uhr Früh dicht gemacht – gebe es nicht. „Und wir müssen teilweise mit Reinigungsmitteln putzen, die sind so aggressiv, dass nicht einmal die zur Verfügung gestellten Handschuhe helfen.“

In Corona-Zeit keinen Einzigen entlassen

„Wir gelten als Vorzeigebetrieb, und die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut“, ist Andreas Schwerla von den Vorwürfen überrascht. Schwerla ist Franchise-Nehmer bei McDonald‘s, und ihm gehören neben der Kremser noch zwei weitere Filialen in NÖ sowie sieben in Wien.

Alleine in Krems hat er 80 Mitarbeiter. „Die beschriebene Ausbeutung gibt es nicht. Wir haben eine hohe Gäste-Zufriedenheit, und das klappt nur bei einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit.“ Er habe in der Corona-Zeit keinen einzigen Mitarbeiter entlassen, man biete ein „fantastisches Schulungsprogramm“, und man finde für fast jeden Arbeitszeit-Wunsch eine Lösung.

In seinen Filialen herrsche ein „kooperativer, kollegialer Umgang“, so Schwerla. „Ein einzelnes Fehlverhalten eines Schichtführers ist natürlich nie auszuschließen, aber jeder Mitarbeiter weiß, dass er mich anrufen kann, und ich lade auch die Beschwerdeführer ein, mich zu kontaktieren. Dann bin ich innerhalb eines Tages vor Ort.“