Kremser SPÖ-Mandatar als Zielscheibe. Hat Josef Bauer sein Wissen als Gemeinderat ausgenützt? Auto auf geplantem Behindertenparkplatz veranlasst ÖVP zu Angriff auf Facebook.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:05)
Bereits als Behindertenparkplatz gekennzeichnet sind zwei Stellplätze vor dem Haus Bahnhofplatz 10 (auf dem Gemeinderat Josef Bauers Auto fotografiert wurde). Wegen der ausstehenden rechtlichen Verordnung kann aber noch nicht gestraft werden.
NOEN

„Der Gemeinderat einer Kremser Sozialpartei nutzte sein internes Wissen aus, um sein Auto über Wochen auf einen [sic!] bereits gekennzeichneten aber noch nicht bewilligten Behindertenparkplatz straffrei abzustellen“, postete die Kremser Volkspartei auf ihrer Facebook-Seite.

Illustriert ist der Vorwurf mit einem Foto, das das Auto des SPÖ-Gemeinderates Josef Bauer auf einem von zwei neuen, mit einem Behinderten-Symbol gekennzeichneten Parkplätzen im Westteil des Bahnhofplatzes zeigt.

„Das ist Blödsinn“, zeigt sich der von der NÖN dazu befragte Mandatar verärgert. „Ich habe ein grünes Pickerl und darf deshalb dort stehen.“ Er habe das sogar mit einem „Parksheriff“ besprochen und bis dato auch keinen Strafzettel bekommen.

"Ich bin mir keiner Schuld bewusst"

Bauer: „Wenn Schnee liegt, sieht man die Markierung außerdem gar nicht!“ Genau dieses Wissen um die Ungültigkeit einer Bodenmarkierung ohne entsprechende Beschilderung wird ihm von der ÖVP aber vorgeworfen. „Es interessiert mich nicht, was die ÖVP schreibt. Das ist an den Haaren herbeigezogen und ich bin mir keiner Schuld bewusst.“ Vermutlich sei das schon ein Zeichen des beginnenden Wahlkampfes der ÖVP für 2022.

Im Übrigen kritisiert Bauer auch den „Sauhaufen von alten und neuen Linien“ in diesem Bereich, der saniert gehörte.