Betrunkener auf Suche nach seinem Jagdbogen

„Danke, a schönes Weihnachtsgeschenk“, nahm ein 61-Jähriger, der Familienangehörige bedroht hatte, eine Bewährungsstrafe an.

Erstellt am 07. Januar 2022 | 04:51
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Gericht Prozess Hintergrund Symbolbild
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Foto: NP27/Shutterstock.com

Er trinke zwar täglich vier bis fünf Achterl beim Heurigen, aber ein Alkoholproblem habe er nicht. Er habe keine erhöhten Leberwerte und brauche keine „Pulverl“.

Nur ab und zu eine Tablette gegen das Kreuzweh, versicherte ein 61-jähriger Wachauer der nachfragenden Richterin, die eine plausible Erklärung für die beteuerten Erinnerungslücken des Beschuldigten suchte. Der Wachauer wollte sich nicht daran erinnern können, dass er vor der Haustür seines Bruders (66) im Bezirk Krems randaliert habe. Nach einem zweistündigen Randalespuk sei er verschwunden und in den Morgenstunden mit Geschrei und Drohungen wiedergekommen.

„Er hat meine Familie verängstigt und immer wieder seinen Jagdbogen verlangt, den wir gar nicht haben. Der wurde ihm schon vor Jahren abgenommen und über ihn ein Waffenverbot verhängt“, schilderte der bedrohte Bruder. Der Beschuldigte meinte dazu nur: „Des kann i ma net vorstellen.“

Dann nahm er die Strafe (vier Monate bedingt) an – mit den Worten: „Danke, a schönes Weihnachtsgeschenk!“