Erstellt am 24. Februar 2014, 23:59

Was tun mit der „Blauen Traube“?. WÖSENDORF / Dem Verfall preisgegeben scheint das ehemalige Gasthaus. Die Gedesag nennt Denkmalschutz als Renovierungs-Hindernis.

Ein »Schandfleck« mitten in Wösendorf: das ehemalige Gasthaus, seit mehr als sieben Jahren in Besitz der Gedesag.  |  NOEN, Lechner
Von Gertrude Schopf

Es hat schon einmal bessere Zeiten gesehen, das „Gasthaus zur blauen Traube“ in der Hauptstraße. Der Putz blättert ab, die Fenster „erblinden“, das Gebäude macht einen traurigen Gesamteindruck. Der Name Johanna Pichler steht noch an der Fassade - die ehemalige Besitzerin ist 2003 gestorben, die Erbin hat die beiden Häuser Nummer 14 und 15 (hier war jahrhundertelang eine Fleischhauerei beheimatet) im Jahr 2006 an die Kremser Siedlungsgenossenschaft Gedesag verkauft. „Wir hatten damals die Absicht, ein Wohnhaus beziehungsweise ,Betreutes Wohnen‘ zu errichten“, berichtet  Gedesag-Direktor Alfred Graf.

x  |  NOEN, Lechner
Haus steht unter Denkmalschutz

Allerdings: Das Haus steht unter Denkmalschutz, und die strengen Auflagen stellten sich als nicht erfüllbar heraus. „Nicht nur die Fassade, auch die Innenbereiche sind ,geschützt‘. Es war nicht möglich, kleinere Einheiten einzubauen, die Raumhöhe zu verändern, das Dachgeschoß auszubauen oder einen Zubau zu errichten“, nennt Graf Pläne, die von den Denkmalschützern nicht genehmigt wurden. Und so scheint ein Umbau, der sich auch wirtschaftlich rechnet, nicht möglich. In der Vergangenheit gab es immer wieder private Interessenten, die jedoch ebenfalls an der strikten Denkmalschutz Politik gescheitert sind. Derzeit verhandelt die Gedesag wieder mit einem potenziellen Käufer des fast 1.300 Quadratmeter großen Areals (hinter den beiden Häusern befindet sich ein Garten, der dazugehört).

„Das Haus verfällt von Jahr zu Jahr mehr und stört das Dorfbild massiv. Da sollte dringend etwas passieren“, drängt Ortsvorsteherin Eva Schwaiger auf eine Lösung.