Kremser Innenstadt machte gute Figur. Besucheraufkommen war trotz Lockdowns hoch, Innenstadt schnitt bei Vergleich gut ab. Mehr gezielte Einkäufe, aber unterm Strich bleibt ein Minus beim Umsatz.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 14. Januar 2021 (05:43)
Die Bemühungen des Kremser Stadtmarketings, die Innenstadt vor Weihnachten als Flaniermeile mit einem bunten Einkaufsangebot verstärkt ins Blickfeld zu rücken, trugen Früchte. Kalchhauser
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Die Besucherfrequenz stand im Mittelpunkt einer groß angelegten Untersuchung der Standort & Markt Beratungsgesellschaft, die das Einkaufverhalten der Menschen in der Vorweihnachtszeit unter die Lupe nahm. Die Kremser Innenstadt kam im Vergleich gut davon.

Unter die Lupe genommen wurden die Zahlen in der Zeit des „harten“ (Kalenderwochen 47 bis 49) und des „weichen“ Lockdowns (50 und 51) in den Innenstädten von Krems und Villach sowie in der Mariahilferstraße und in der Kärntner Straße in Wien. Dabei wurden in den Wiener Einkaufsstraßen Frequenzrückgänge bis zu 84 % festgestellt, während die Lage in Villach und Krems (bis 50,8 %) deutlich besser war.

„Es wird spannend. Aber wir greifen auch im Jahr 2021 jedenfalls wieder voll an!“ Horst Berger, Geschäftsführer des Stadtmarketings Krems

„Hier liegt der Schluss nahe, dass City-Bereiche, deren Frequenz primär aus der Shopping- und Tourismus-Funktion resultiert, stärker betroffen sind.“ In Krems gebe es eine „bessere Durchmischung mit Arbeiten, Wohnen sowie Ämtern und Behörden“, heißt es in der Studie. Der Wachaustadt wird außerdem attestiert, dass man die Frequenz vom „harten“ zum „weichen“ Lockdown wieder um knapp 50 % steigern konnte. Gesamt wurde ein Minus von 30 % gegenüber vergangenen Jahren ermittelt.

Horst Berger, Chef des Stadtmarketings: „Frequenz ist nicht immer das entscheidende Kriterium!“
Johann Lechner

„Unsere Anstrengungen haben sich bemerkbar gemacht“, freut sich der Geschäftsführer des Kremser Stadtmarketings, Horst Berger, dass offenbar auch die vielen Attraktionen Menschen in die Innenstadt lockten. „Obwohl Touristen, Studenten und Glühweinstände gefehlt haben!“ Berger freut sich, dass der Einbruch „nicht so stark wie in vergleichbaren Städten“ ausgefallen sei. „Ich habe erfreulich viele Menschen getroffen, die bewusst in die Stadt gekommen sind.“ Vermehrt habe es sehr gezielte Einkäufe gegeben. Statt zu bummeln, haben sich viele Kunden vorher gezielt informiert und sind dann einkaufen gegangen.“ Daher sei die Frequenz auch nicht linear auf den Umsatz umzulegen.

Der aktuelle Lockdown schmerze natürlich sehr. So entfällt die geplante „Winter-Sale“-Aktion des Stadtmarketings Ende Jänner. Und 2021? Berger: „Es wird spannend. Aber wird greifen auch im neuen Jahr wieder voll an.“