Krems

Erstellt am 06. Dezember 2018, 05:41

von Martin Kalchhauser

Quereinsteiger gesucht!. Enorme Investitionen ins Equipment: Weinbauschule bildet Facharbeiter aus und geht dabei neue Wege. Kremser Einrichtung ist auch bei neuen Produkten Vorreiter.

Winzer Leopold Müller, Obstbauer Martin Sedelmaier und WBS-Direktor Dieter Faltl (von links) mit Produkten der Schule vor dem neuen Trauben-Vollernter.  |  Foto: Martin Kalchhauser

Dem steigenden Facharbeitermangel im Weinbau will die Fachschule für Wein- und Obstbau gegensteuern. In eine gute Ausbildung wird massiv investiert, aber auch bei der Kreation neuer Produkte ist man Vorreiter.

„Die Branche braucht Leute“, waren sich Top-Winzer Leopold Müller (Krustetten), Obstbau-Vertreter Martin Sedelmaier (Thallern) und Direktor Dieter Faltl einig. 80 % der Schüler kommen aus Wein- und Obstbaubetrieben, nur ein Fünftel ist nach der Ausbildung verfügbar. Entsprechend der Nachfrage wird an der Schule eine breite Palette an Ausbildungen angeboten – vom Traktorführerschein bis zum Käsesommelier. Die Investitionen nehmen kein Ende. Nach dem Bau des neuen Labors folgt jetzt die Neu-Errichtung der Landtechnikhalle. Für den neuen Zertifizierungslehrgang für Traubenvollernter („Lesemaschine“) wurde eigens ein solches Gerät angekauft.

„Quereinsteiger sind gesucht!“, meint Faltl. 18 offene Stellen scheinen in der schuleigenen Zeitung auf, aber nur vier Teilnehmer der aktuellen Abschlussklasse kommen nicht aus Betrieben, wohin sie früher oder später zurückkehren werden. „Die Kombination von Handarbeit in der Natur und technischen Herausforderungen“ sei der Anreiz, macht der Direktor den „abwechslungsreichen Job“ des landwirtschaftlichen Facharbeiters schmackhaft.

Bewässerungsprojekt für Obstbau geschaffen

Auf dem Gebiet des Obstbaus wurden drei Hektar Fläche mit einer Bewässerung versehen, dafür 3,5 km Zuleitung und zehn km Tröpfchenschlauch verlegt, die vom Brunnen mit 18.000 Liter/Stunde versorgt werden. Neben Weingartenpfirsich und Marille gilt der neuen Kiwi-Anlage viel Augenmerk. Sedelmaier: „Die Kremser Schule zeigt, was im Obstbau möglich ist. Trends werden kurzfristiger, Nischen sind rasch keine Nischen mehr. Kreativität ist gefragt.“

Diese stellte die Schule mit Leonhard Czipins Apfel-Soda-Getränk aus der Sorte Weirouge (typisch: roter Saft) mit dem Namen „Amour Rouge“ unter Beweis: „Wir wollen damit auch die Jugend ansprechen!“