Rohrendorf bei Krems

Erstellt am 18. Dezember 2018, 03:31

von Martin Kalchhauser

Preis an „Mutmacher“: AUVA ehrte Rohrendorfer. „Back to life“-Award ging heuer an Werner Rosenberger, 45, der sein Leben im Rollstuhl vorbildlich meistert.

Bei der Preisverleihung: Lebensgefährtin Maria Schrammel, Sohn Felix, die Eltern Josef und Helga Rosenberger, Preisträger Werner Rosenberger, Sohn Wenzel, AUVA-Landesdirektor Alexander Bernart und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (von links).  |  NLK/Jürgen Burchhart

„Menschen wie Werner Rosenberger zeigen eindrucksvoll, dass ein Ende auch ein neuer Anfang sein kann“, sagte Alexander Bernart, Direktor der AUVA-Landesstelle Wien, bei der Verleihung des „Back to life“-Awards, der heuer an den Rohrendorfer ging.

Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister überreichte den Preis im NÖ Landhaus und betonte dabei, wie wichtig es sei, Unfallopfer bei ihrer beruflichen Wiedereingliederung zu unterstützen. „Menschen im Rollstuhl sind genauso leistungsfähig wie andere Mitarbeiter, haben es am Arbeitsmarkt aber schwerer. Es ist wichtig, Barrieren aufzubrechen, sonst verliert die Wirtschaft wertvolle Arbeitsleistung und Know-how.“

Weg zurück in Alltag war ein extrem steiniger

Werner Rosenberger erlitt im Alter von 33 Jahren am 2. September 2006 einen schweren Arbeitsunfall. Heute ist er auf den Rollstuhl angewiesen und kann seinen Oberkörper eingeschränkt bewegen. Auch wenn er sein Ziel, wieder gehen zu können, nicht erreicht hat, ist seine soziale und berufliche Rehabilitation rückblickend ein voller Erfolg. Der Weg dorthin war allerdings steinig.

Die Familie musste übersiedeln, sein früherer Job in der Gastronomie war passé. Für die junge Familie war diese Zeit extrem belastend. Als der Unfall passierte, war der erste Sohn, Felix, gerade einmal zehn Wochen alt.

„Ich möchte andere Menschen mit einem ähnlichen Schicksal ermutigen, aktiv hinaus in die Welt zu gehen.“Werner Rosenberger

„Mir war es wichtig, eine neue Aufgabe in meinem Leben zu finden. Egal ob in einem bezahlten Job oder ehrenamtlich. Ich wollte auf gar keinen Fall geistig in Pension gehen und mich auf die Invalidenrente verlassen“, sagt Rosenberger. Mit Unterstützung der AUVA machte er eine Ausbildung zum PR-Berater an der Donau-Uni Krems und absolvierte den Masterlehrgang im Fach Unternehmenskommunikation.

Nach einer zweijährigen beruflichen Pause konnte Rosenberger wieder in der Arbeitswelt Fuß fassen. Aktuell arbeitet er als Projektleiter bei der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) in Wien. Der Rohrendorfer hat eine Zertifizierung ins Leben gerufen, um Bemühungen von Unternehmen und Organisationen im Bereich Web Accessibility (barrierefreies Internet bzw. Websites) auszuzeichnen.

Heute ist Werner Rosenberger 45, hat mit seiner Lebensgefährtin Maria zwei Söhne – Felix, 12, und Wenzel, 8. Mit der AUVA-Auszeichnung möchte Rosenberger anderen Menschen Mut machen, „das Beste aus ihrer Situation zu machen und aktiv hinaus in die Welt zu gehen“. Um seine Erfahrungen weiterzugeben, engagiert sich Rosenberger ehrenamtlich im Verein „Chancengleich“ in Krems, der Menschen unterstützt, die nach Unfall oder Krankheit mit Einschränkungen leben müssen.