Ein Sommer der Rekorde in Krems . Krems erlebte den heißesten Sommer der Messgeschichte Trotzdem weniger Besucher im Sommerbad.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 12. September 2019 (04:23)
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Österreichweit gesehen war der Sommer 2019 der zweitwärmste der Messgeschichte. In Krems brachen Juni, Juli und August in Kombination sogar den 2015 aufgestellten Rekord. 22,4 Grad Durchschnittstemperatur gab es in der 144-jährigen Messgeschichte noch nie.

Zum Vergleich: Ein „normaler“ Sommer sollte in Krems 19,3 Grad warm sein. Wie schon einige Male zuvor darf sich die Wachaumetropole auch heuer rühmen, 2019 der heißeste Ort Österreichs gewesen zu sein. Am 1. Juli kletterte das Thermometer auf schweißtreibende 38,8 Grad. Noch nie zuvor war es in Krems heißer.

„Es gibt relativ viel Grün in der Umgebung“

Und dennoch war es der Monat Juni, der den Bärenanteil am Rekordsommer hat. Die Durchschnittstemperatur von 23,3 Grad sprengte den bisherigen Rekordwert gleich um 1,1 Grad. Damit einhergehend: endloser Sonnenschein und wenig Regen. Ein Schema, das sich zwar nicht in dieser Extreme fortsetzte, aber letztlich doch für einen zu trockenen Sommer sorgte. 150 Millimeter Niederschlag bedeuten ein Minus von 38 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittelwert.

Dass es noch schlimmer kommen hätte können – im Dürre-Sommer 2017 fiel noch weniger Regen –, ist für die Landwirte wohl kein Trost. Die Ernte fällt in einigen Sektoren geringer aus als erhofft.

Keinen Rekord bricht die heurige Bilanz der Sommertage über 25 Grad. Klimatologe Alexander Orlik vom ZAMG erwartet unter Berücksichtigung der kommenden Tage rund 82 bis 84. Im Vorjahr waren es gleich 109.

Kuriosum: Im April stieg das Thermometer gleich drei Mal über die 25-Grad-Marke, im verregneten Mai kein einziges Mal. Tropennächte erlebte Krems nur drei. Zum Vergleich: In der Wiener Innenstadt sank die Temperatur alleine im Juni in der Nacht 13 Mal hintereinander nicht unter 20 Grad. Krems profitiere hier von seiner Lage, sagt Orlik: „Es gibt relativ viel Grün in der Umgebung. Und aus dem Waldviertel fließt kalte Luft runter.“

Einen leichten Besucherrückgang verzeichnete trotz der Dauerhitze das Kremser Sommerbad, das am vergangenen Sonntag seine Pforten schloss. Den heurigen 43.199 Besuchern stehen 44.393 Gäste im Vorjahr gegenüber. In Kombination mit dem Hallenbad und der Sauna verzeichnete die Badearena in der Sommersaison trotzdem ein Plus von 2,7 Prozent.