Nur 2015 war es wärmer in Krems. Drei überdurchschnittlich warme Monate machten Sommer 2017 zum zweitwärmsten der Messgeschichte.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 05. September 2017 (03:50)
Symbolbild
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Wie der Rest Österreichs erlebte auch Krems einen Sommer aus dem Bilderbuch. Lange Hitzephasen luden zur Abkühlung in den Bädern und am Abend zum Sitzen im Freien bei lauen Temperaturen ein. Weniger Freude über die Sommermonate hatten hingegen die heimischen Landwirte ( die NÖN berichtete ), die wegen der Trockenperiode im Juni und Juli Ernteausfälle befürchten.

Juni leistete den größten Beitrag

Mit einer Durchschnittstemperatur von 22 Grad landet der Sommer (Juni, Juli und August zusammengefasst) 2017 ex aequo mit 2003 auf Platz zwei der ewigen Bestenliste. Wärmer war in der 142-jährigen Messgeschichte nur der Sommer vor zwei Jahren (22,2 Grad).

Den größten Beitrag zum Stockerlplatz für den Sommer 2017 leistete der Monat Juni, der in Krems so warm wie noch nie war. Die Durchschnittstemperatur lag vier Grad über dem langjährigen Mittelwert, der über den Zeitraum von 1981 bis 2010 errechnet wurde. Der bisherige Jahreshöchstwert von 37,6 Grad stammt vom 3. August, in der Wiener Innenstadt hatte es an diesem Tag sogar 38,9 Grad.

38 Tage waren wärmer als 30 Grad

NOEN

Auch bei der Zahl der bisherigen Hitzetage über 30 Grad fehlen mit 38 Tagen nur fünf auf den bisherigen Rekord aus 2015. Vom österreichweiten Spitzenreiter der Hitze-Hitliste ist Krems trotzdem noch weit entfernt: In Andau im Burgenland kletterte das Quecksilber gar 46-mal über die 30-Grad-Marke.

Mit vier Tropennächten (Tiefsttemperatur nicht unter 20 Grad) liegt Krems im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter ist hier wieder Wien Innere Stadt mit 28 Tropennächten.

Insgesamt schien 830 Stunden lang die Sonne, was ein deutliches Plus von 20 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel ergibt. Im Gegensatz dazu steht die Niederschlagsmenge von 145 Litern pro Quadratmeter, womit es um 40 Prozent zu wenig geregnet hat.

August knüpfte an Juni und Juli nahtlos an

Im Unterschied zu Teilen anderer Bundesländer blieb Krems von groben Unwettern verschont. „Es war ein sehr warmer, sonniger und sehr trockener Sommer. Markante Gewitter mit starken Windböen betrafen eher das nähere Umland als Krems selber“, erzählt Klimatologin Hildegard Kaufmann von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Ganz im Trend der bisherigen zwei Sommermonate verlief übrigens auch der August. Mit einer Durchschnittstemperatur von 21,7 Grad war es wieder deutlich wärmer als in einem gewöhnlichen August. Auch mit seiner geringen Niederschlagsmenge knüpfte der vergangene Monat nahtlos an Juni und Juli an. Voll auf ihre Kosten kamen die Sonnenanbeter während der 279 Sonnenstunden.