Petition gegen Bauprojekt in Kremser Innenstadt. Klimaaktivisten machen gegen Abriss von Innenstadthaus mobil und plädieren für „innovativere Konzepte“ der Attraktivierung. Bürgermeister nimmt Sorgen „sehr ernst.“

Von Franz Aschauer. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:50)
Die SK Immobilien GmbH möchte das Häuserensemble an der Ecke Obere Landstraße/Sparkassengasse abreißen lassen und durch einen großen Neubau mit Hotel, Wohnungen, Geschäften und Tiefgarage ersetzen. Kalchhauser, Johann Lechner
Johann Lechner

Der geplante Abriss eines Häuserensembles in der Innenstadt und das Vorhaben, an selber Stelle ein Hotel und Dachgeschosswohnungen zu errichten, ruft Widerstand hervor. Nach den Mietern, die aktuell noch in den knapp 20 Wohnungen in dem Objekt an der Ecke Obere Landstraße/Sparkassengasse leben und der Kremser Linkspartei, die sich auf politischer Ebene für die Mieter einsetzt, macht jetzt auch die Kremser Abordnung von Fridays for Future gegen das Millionenprojekt mobil.

Die jungen Klimaaktivisten haben eine Online-Petition gestartet, die Stand Dienstag, 23. Februar, bereits 356 eingetragene Unterstützer hatte. Unter dem Titel „Für Klima und soziale Vielfalt – Gegen den Abriss intakter Bausubstanz in der Kremser Altstadt“ kritisieren sie „negative ökologische und soziale Auswirkungen“, die durch das Vorhaben zu erwarten seien.

„Der Abriss dieser Bausubstanz mit qualitativen Altbau- und Dachgeschosswohnungen, der damit einhergehende Verlust von leistbarem Wohnraum, die Verdrängung von Bewohnerinnen und Bewohnern, die Auflösung eines sozial starken Netzes und einer authentischen Innenstadt kann nicht im öffentlichen Interesse der Kremserinnen und Kremser sein“, teilt die Sprecherin von Fridays for Future Krems, Marlene Nutz, mit.

Genau jenes öffentlichen Interesses bedarf es aber, um das Projekt umzusetzen. Der Bauwerber, die Kremser-Bank-Tochter SK Immobilien GesmbH hat am Magistrat bereits um die Ausstellung eines entsprechenden Bescheids angesucht. Nutz und ihre Mitstreiter fordern auf, den Antrag abzulehnen.

Resch: „Kenne Sorgen der Mieter und Kunden“

Leiter der Bezirksverwaltungsbehörde und damit letztverantwortlich für die Entscheidung über ein öffentliches Interesse ist in der Statutarstadt Krems Bürgermeister Reinhard Resch. Er weiß um die Bedenken verschiedenster Seiten Bescheid und traf sich zuletzt auch mit den Mietern. „Es geht um die Interessen vieler Kunden des einzigen Nahversorgers in der Fußgängerzone, mehrerer Dienstleister und der Mieter von 20 Wohnungen. Ich kenne die Sorgen der Mieter und der Kunden der Innenstadt und nehme diese sehr ernst.“

Gleichzeitig betont der Stadtchef, dass er grundsätzlich für jedes Vorhaben sei, das zur Belebung der Innenstadt und zur Erhöhung der Lebensqualität beiträgt.

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