Mohren-Apotheke: Name bleibt bestehen. Die Wiener Mohren-Apotheke wird nach Rassismus-Kritik umbenannt. In Krems wird die Mohren Apotheke mit Verweis auf die historische Bedeutung ihren Namen behalten.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 23. September 2020 (05:52)
Die Mohren-Apotheke in Krems hat seit rund 500 Jahren ihren Namen. Eine Umbenennung ist für Geschäftsführer Robert Baldriankein Thema.
: Johann Lechner

Die Mohren-Apotheke im ersten Wiener Gemeindebezirk gehört zu den ältesten Arzneihandlungen der Bundeshauptstadt. Nun wird das Traditionshaus seinen Namen ändern, nachdem Rassismus-Kritik aufgekommen war. 1.800 Menschen unterschrieben eine Online-Petition mit dem Titel „Ändert den rassistischen Namen der ‚Mohren-Apotheke‘“. Man sei sich bewusst, dass der Begriff für viele Menschen diskriminierend und verletzend sei und arbeite deswegen an einer Neugestaltung, heißt es auf der Homepage der Apotheke.

In Krems ist eine Umbenennung der Mohren-Apotheke in der Oberen Landstraße 2 aktuell kein Thema. Geschäftsführer Robert Baldrian verweist auf die Entstehungsgeschichte des Namens, der eine Würdigung an die große Tradition der Mauren in Alchemie und deren großem Repertoire an orientalischen Heilkräutern und Gewürzen gewesen sein soll: „Beides ist in den frühen Apotheken von großer Bedeutung gewesen. Die Kremser Mohren Apotheke heißt seit gut 500 Jahren so, der Name steht fast schon unter Denkmalschutz. Er ist sicher nicht abwertend gemeint.“

Im Juni, als die Debatte in Wien aufkam, hat auch die Kremser Mohren-Apotheke kritische Mails empfangen. Umgekehrt hätten Baldrian aber auch Kunden aufgefordert, „den Namen unbedingt beizubehalten“. Ernsthaft an eine Umbenennung hat er nie gedacht, „zumal das einen Rattenschwanz an Problemen und Kosten nach sich ziehen würde, die gerade in der Coronakrise und in der Situation der Altstadt nur schwer zu stemmen wären“, sagt Baldrian.

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