Syrische Familie fand im Bezirk Krems eine neue Heimat. Gföhler Verein hilft seit fünf Jahren Flüchtlingen in Not. Familie Joha fand 2015 in Jaidhof ihr Zuhause und war „Initialzündung“ für Start des sozialen Projekts.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 18. Oktober 2020 (05:29)
Gabriela Auferbauer (Dritte von links) und Alfred Pospischil (rechts) haben die Flüchtlingsfamilie Joha 2015 bei sich aufgenommen: Sohn Nour Aldin, Mutter Nesrin, Vater Nizar und Tochter Naya Joha (von links).
privat

Sicherheit und Freiheit sind Werte unserer Gesellschaft. Doch das ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich.

Auch die Familie Joha aus Syrien war betroffen: Nizar Joha und seine Gattin Nesrin lebten bis 2014 in der Nähe von Damaskus. Nizar studierte Journalismus, arbeitete allerdings als Bäcker. Seine Frau Nesrin war Volksschullehrerin.

Neues Zuhause in Jaidhof gefunden

Auf Demonstrationen der Bevölkerung für mehr Freiheit reagierte das syrische Militär mit Verhaftungen und Erschießungen. Nizar Joha leistete zu dieser Zeit seinen Wehrdienst ab, wodurch er verpflichtet gewesen wäre, an Militäroperationen gegen eigene Landsleute teilzunehmen. Während der Unruhen wurde das Heimatdorf von Nesrin zerbombt, wobei ihr Vater ums Leben kam.

Das war der Zeitpunkt, an dem der Entschluss gefasst wurde, das Land zu verlassen. Da die Ausstellung von Visa scheiterte, flüchtete die Familie über die Türkei nach Österreich, wo ein Asylantrag gestellt wurde.

Die Johas fanden bei der Familie Auferbauer-Pospischil in Jaidhof ein neues Zuhause. Alle Familienmitglieder lernen eifrig Deutsch, Nizar hat die Führerscheinprüfung und eine Lehre als Friseur und Perückenmacher absolviert. Seine Frau betreut die Kinder Naya und Nour Aldin und möchte wieder einen pädagogischen Beruf ausüben.

Verein feiert fünften Geburtstag

Das unkomplizierte Miteinander mit der Familie Joha motivierte Gabriela Auferbauer mit Unterstützung von Elisabeth Wimmer, Brigitte Schlögl und Helga Höfler im Jahr 2015, den Verein „Willkommen Mensch“ zu gründen.

„Gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen konnte für einige von der Diakonie vermittelten Familien Wohnraum gefunden werden“, so die Obfrau Gabriela Auferbauer. Im Raum Gföhl leben aktuell sechs Flüchtlingsfamilien, die sich gut eingelebt haben.

Dass kulturelle Unterschiede herausfordernd, aber auch bereichernd sein können, beweist sie mit ihrer Familie selbst: Mit den Johas wird gemeinsam Weihnachten und Ostern gefeiert, aber auch das Fastenbrechen nach dem Ramadan wird miteinander begangen. „Integration ist dann erfolgreich, wenn man Geflüchtete ins Leben integriert“, so Auferbauer.