Fotokünstler zeigt schräge Porträts von Promis. Der in Wösendorf lebende Martin Hesz bringt in seinen Porträts unbekannte Seiten zum Vorschein.

Von Petra Vock. Erstellt am 01. September 2019 (06:04)
Martin Hesz
Promi-Porträts, ganz anders als gewohnt:Schauspielerin Maria Köstlinger, fotografiert von Martin Hesz.

Mit seinen Promi-Porträts der besonderen Art hat der Fotograf Martin Hesz eine eigene Marke kreiert. Unter dem bewährten Titel „Anders“ zeigt der Wahl-Wösendorfer nach drei erfolgreichen Ausstellungen in Wien jetzt in der Raiffeisengalerie Krems seine Porträts von Alfons Haider, Waltraut Haas, Maria Köstlinger und vielen mehr.

NÖN: Wie kam es zu Ihren ungewöhnlichen Promi-Porträts?

Martin Hesz: Da ich seit 32 Jahren als Fotograf und auch schon lange als Theaterfotograf arbeite, bin ich mit vielen Schauspielern bekannt. Ich habe versucht, sie so zu fotografieren, wie sie in meinem Kopf ausschauen, und nicht, wie man sie kennt.

privat
Berühmt für seine „anderen“ Promi-Porträts:Martin Hesz, Wösendorf.

Ihre Porträts unterscheiden sich durch gezielte Verfremdung?

Genau. Ich habe eine sehr gute Menschenkenntnis und treffe oft Ideen auf den Punkt, die in den Personen selber schlummern. Stefano Bernardin, den ich als Clown zeige, hat zum Beispiel gesagt: „Das ist lustig, ich wollte schon immer einmal einen Clown spielen.“

Die Kontakte zu den bekannten Persönlichkeiten ergeben sich durch Ihre berufliche Tätigkeit?

Ja, genau. 2009 habe ich in Wien die erste Ausstellung „Anders, Part I“ gemacht. Danach hatte ich Wartelisten, weil mich Schauspieler und Sportler angerufen haben: „Ich will auch!“ Sie wollen sich einmal in einer anderen Form sehen und sind gespannt, wie ich sie gemeinsam mit meinem Visagisten verändere.

Sie stammen aus Wien und sind 2015 in die Wachau gezogen. Wie kam es dazu?

Durch Freunde, die hier leben, die Familien Jamek und Altmann. Bei Besuchen haben wir immer bewundert, wie schön es hier ist. 2015 haben wir es Gott sei Dank dann realisieren können, aus der hektischen Stadt da hinzuziehen, wo andere Urlaub machen, und sind sehr froh darüber, weil wir wirklich in der Wachau im Paradies wohnen.

Bei Ihrer Ausstellung gehen 350 Euro pro verkauftem Bild an den Sozialfonds der Stadt. Liegt Ihnen dieses Thema sehr am Herzen?

Auf jeden Fall, weil ich aus meinem Privatumfeld weiß, wie schnell das gehen kann, wenn ein Paar sich trennt und plötzlich eine Alleinerzieherin dasteht. Deshalb möchte ich diesen hohen Betrag – fast die Hälfte von jedem Bild – dem Sozialfonds der Stadt überweisen.