Eltern holten keinen Arzt – ihr Kind (13) starb. Im Wiederholungsprozess setzte es für Eltern aus Wolfshoferamt (Gemeinde St. Leonhard, Bezirk Krems) wegen grober Vernachlässigung mit Todesfolge ihrer Tochter je fünf Jahre Gefängnis.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:07)
Das Urteil gegen die Eltern ist nicht rechtskräftig.  Foto: Hahslinger
Hahslinger

Eine unbehandelte Pankreatitis führte am 17. September 2019 in Wolfshoferamt zum Tod einer 13-Jährigen.

„Die Eltern, Angehörige der Gemeinde Gottes, haben ihrer Tochter untätig beim Sterben zugesehen. Zugeschaut, wie das auf 30 Kilo abgemagerte Kind litt und nach Atem rang. Sie haben keinen Arzt gerufen, nur gebetet und auf Gott vertraut“, erläuterte die Staatsanwältin im Februar am Kremser Landesgericht ihre Mordanklage. Wir hatten über den Prozess berichtet:

Die Geschworenen verwarfen damals mit 4:4 Stimmen den Mordvorwurf und entschieden auf grobe Vernachlässigung mit Todesfolge: Für die Kindeseltern – sie sind 35 bzw. 39 Jahre alt – setzte es damals je fünf Jahre Gefängnis. Der Oberste Gerichtshof in Wien hob später das Strafausmaß der Erstinstanz auf, und in der Vorwoche kam es wieder in Krems zu einer Neudurchführung.

Die Eltern wurden beim Wiederholungsprozess von den Geschworenen erneut zu jeweils fünf Jahren hinter Gittern verurteilt. Nicht rechtskräftig.