Buch-Neuerscheinung: „Menschen hier ticken anders als in der Stadt“

Wolfgang Kühn, freischaffender Autor, Musiker, Herausgeber und Veranstalter aus Zöbing, hat seinen ersten Roman geschrieben.

Erstellt am 04. Dezember 2021 | 06:26
Lesezeit: 1 Min
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Nach fünf Dialektbänden, sieben Anthologien und sechs CDs hat Wolfgang Kühn mit „Kurzenbach“ nun einen „satirischen Heimatroman“ herausgegeben.
Foto: Hans Lechner

„Ich wollte das Leben am Land und die Menschen porträtieren“, sagt Wolfgang Kühn über seinen ersten Roman „Kurzenbach“, den er vor Kurzem herausgebracht hat. Zum Inhalt: Ein Bürgermeister in einem kleinen Dorf will wiedergewählt werden, muss sich aber mit allerlei Problemen (Unstimmigkeiten in der Familie, einer Biberplage, Bauland-Umwidmungen ...) herumschlagen. Es ist eine Art „satirischer Heimatroman“ geworden, aber „alles erfunden, auch wenn gewisse Dinge vielleicht tatsächlich mal irgendwo passiert sein können“, sind es Übertreibung und Überspitzung, die Kühn als sprachliche Mittel einsetzt.

Die kennt man schon von seinen bisherigen Publikationen: Fünf Dialektbände (einer davon gemeinsam mit Andreas Nastl) mit pointierten Kurztexten stammen aus seiner Feder. Sieben Anthologien hat er für das Land NÖ herausgegeben, weiters gibt es ein Hörbuch und natürlich seine musikalischen „Kunststückln“, die er in der Formation „Zur Wachauerin“ und mit der Sängerin und Komponistin Irmie Vesselsky auslebt.

Fad wird dem „Kühni“ jedenfalls nicht – neben dem Schreiben und (in Nicht-Corona-Zeiten) vielen Auftritten arbeitet der 56-Jährige als Kulturvermittler und -veranstalter. Er hat unter anderem das Festival „Literatur & Wein“ mitbegründet, gibt seit fast 30 Jahren die Literaturzeitschrift „DUM – Das Ultimative Magazin“ heraus, kuratiert „Literatur im Kino“ und die „Septemberlese“ in Langenlois. Er war Mitbegründer und Mitarbeiter des Unabhängigen Literaturhauses NÖ in Krems und wurde für seine Arbeit mehrmals ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er das Hans-Weigel-Literaturstipendium des Landes NÖ.

Der überzeugte Alltagsradler lebt gerne am Land (der gebürtige Badener kam 1975 mit seiner Familie nach Lan genlois, wohnt seit 2012 in Zöbing), wo er sich – unter anderem in seinem Hausweingarten – Nachdenkpausen gönnt: „Ich finde, dass das Leben am Land immer noch eine Spur gemächlicher abläuft, die Uhren, wie man so schön sagt, anders laufen und die Menschen anders ticken als in der Stadt.“