"Zukunftsfreitag" erstmals auch in Krems. Für ihre Zukunft und um auf den fortschreitenden Klimawandel aufmerksam zu machen, gingen Kremser Bürger auf die Straße.

Von Michaela Sommer. Erstellt am 12. Mai 2019 (18:43)

A n einer Kundgebung im Stadtpark, einem Marsch durch die Fußgängerzone zur Wienerbrücke und via Bahnhofplatz zurück an den Ausgangspunkt nahmen nach Schätzung der Veranstalter knapp 500 Menschen teil.

Premiere für Stadt Krems 

Zum weltweiten Vorbild vieler Jugendlichen ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg geworden. Sie ruft Schüler dazu auf, jeden Freitag der Schule fernzubleiben und dafür im Rahmen der "Fridays for Future" ("Freitage für die Zukunft") zu demonstrieren. Jetzt organisierte die Lehrerin und Klima-Aktivistin Stephanie Atteneder erstmals auch einen solchen Marsch durch Krems.

Nicht in Unterrichtszeit

"Laut Gesetz dürfen wir Schüler für eine Demonstration nicht vom Unterricht entschuldigen. Ich wollte eine Möglichkeit für die Jugend schaffen, ihre Anliegen trotzdem öffentlich machen zu können." Die Demonstranten trafen sich beim Pavillon im Stadtpark, wo Johannes Stangl, ehemaliger Kremser Gymnasiast und Mitbegründer der Wiener "Fridays for Future"-Bewegung, die Veranstaltung eröffnete.

Appelle vermittelten Dramatik

"Trotz zahlreicher Klimakonferenzen und einer nachweisbaren Klimakrise ändert sich nur sehr wenig. Wir müssen Druck aufbauen, denn es gibt nur mehr ein sehr kleines Zeitfenster für die künftigen Generationen", appellierte er an die Zuhörer. Auch Matthias Kirchner, Absolvent des Piaristengymnasiums Krems und Klimaforscher an der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU), zeigte sich besorgt über die steigenden Treibhausgase und die Auswirkungen auf unser Klima. "Ich freue mich sehr über die zahlreichen Teilnehmer heute, denn es ist enorm wichtig dieses Thema nicht aus dem Blick zu verlieren." 

Kurze Stille bei Flashmobs 

Der lautstarke, aber immer friedliche Marsch der Demonstranten, rhythmisch unterstützt von der Trommelgruppe Rythmotop aus Wolfshoferamt, führte vom Stadtpark durch die Kremser Landstraße und die teilweise gesperrte Ringstraße wieder zurück in den Stadtpark.
Flashmobs in der Fußgängerzone und vor dem Bahnhof rundeten die Demo ab. Dabei setzten sich alle Demonstranten kurz auf die Straße, um auch in einem Moment der Stille ihre Forderungen zu zeigen.