"Zurück zur Nummer 1!". Thomas Höhrhan wurde mit knapp 94 Prozent zum neuen Obmann der Stadtpartei gewählt. Er möchte mit einem „Kontrastprogramm zu Resch“ punkten.

Von Karl Pröglhöf. Erstellt am 16. Juni 2014 (23:59)
Am Parteitag mit dabei: Hauervater Eduard Felsner, Stadtrat Erwin Krammer, die Alt-Bürgermeister Erich Grabner und Harald Wittig sowie Dieter Faltl als Hausherr des Weinkompetenzzentrums.
NOEN, Lechner

KREMS | Vizebürgermeister Wolfgang Derler nahm eine Anleihe bei Songcontest-Siegerin Conchita Wurst: „Wir wollen heute einen Meilenstein setzen und nicht gerade aus der Asche aufsteigen, aber doch wie Phönix zu einem Höhenflug ansetzen.“ Damit umriss er die Stimmung beim Stadtparteitag der ÖVP, bei dem Gemeinderat Thomas Höhrhan mit 93,7 Prozent zum neuen Obmann gewählt wurde.

Davor musste der geschäftsführende Obmann Alfred Graf vor gut 200 Gästen noch einmal an das „schmerzliche Ereignis der verlorenen Gemeinderatswahl 2012“ erinnern: „Die Wähler haben uns einen Denkzettel verpasst, der uns erstmals nach sechs Jahrzehnten den Bürgermeistersessel gekostet hat“, sagte er in Anwesenheit der früheren Amtsinhaber Harald Wittig, Erich Grabner und Inge Rinke. Mittlerweile habe man das Ergebnis analysiert und nach den internen Zwistig keiten wieder Geschlossenheit gefunden.

Landesrätin Barbara Schwarz nahm in ihrer Rede im Weinkompetenzzentrum zwei Stunden vor Beginn der Fußball-WM Anleihen aus dem Sport: „Die Wahl 2012 war wie eine gelbe Karte, aber bestimmt nur eine Minutenstrafe wie im Eishockey in einer langen, erfolgreichen Ära an der Spitze der Stadt.“

Und so ist es das erklärte Ziel von Höhrhan, die ÖVP 2017 wieder zur Nummer 1 zu machen. „Wir wollen Wähler und Funktionäre zurückgewinnen und wieder zur Erfolgspartei werden. Und wir entwickeln ein Kontrastprogramm zur Ära Resch, in der sich seit zwei Jahren nichts bewegt, wo aus Arbeit Arbeitsgruppen werden und es keine Visionen gibt“, gab sich Höhrhan durchaus angriffig. „Unser Kompass ist nach vorne gerichtet und auf Zukunft eingestellt.“

Außenminister Sebastian Kurz hütete sich in seinem Statement, „als Wiener der ÖVP in Niederösterreich Tipps zu geben“.

In der Anonymität der Städte tue sich die ÖVP schwerer, es sei aber ein guter Ansatz, die Herausforderungen anzunehmen und den direkten Kontakt mit den Bürgern zu suchen.

Höhrhans Stellvertreter sind Dorothea Renner und Martin Sedelmaier, dem engeren Vorstand gehören Sonja Hockauf-Bartaschek, Georg Mantler,  Albin Fürlinger, Gertrude Boyer und Wolfgang Derler an, dazu kommen knapp 20 Vertreter aus Ortsteilen und Bünden sowie die Stadträte.

Am Parteitag mit dabei: Hauervater Eduard Felsner, Stadtrat Erwin Krammer, die Alt-Bürgermeister Erich Grabner und Harald Wittig sowie Dieter Faltl als Hausherr des Weinkompetenzzentrums. Lechner