Verein Sirius: „Wir wollen nur helfen“. Der Verein Sirius aus Wang erhielt zu seinem zehnjährigen Bestandsjubiläum den NÖN-Leopold in der Kategorie Engagement. Alles begann mit einer Ötscher-Wanderung.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 11. November 2020 (04:18)
Der zehnköpfige Vereinsvorstand von Sirius, von links: Mario Aigner (Eventfotograf), Matthias Seifert (Pressereferent), Hannes Aigner (Kreativkopf), Thomas Prammer (Kassier-Stellvertreter), Andreas Wolkenstein junior (Kassier), Dietmar Schaufler (Sportreferent), Anita Heindl (Schriftführerin), Leopold-Richard Baierl (Eventfotograf), Leo Heindl (Obmann-Stellvertreter und Manuel Haselsteiner (Obmann).
NOEN, Sirius

2010 machten sich die beiden Freunde Manuel Haselsteiner (damals 25 Jahre alt) und Leo Heindl (damals 31) auf zu einer Wanderung auf den Ötscher. Beide waren schon damals in der Freiwilligen Feuerwehr Wang und Manuel darüber hinaus auch noch beim Roten Kreuz Scheibbs engagiert. Das Freiwilligenwesen war für sie immer ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens.

Dennoch: „Nur“ Feuerwehr und/ oder Rotes Kreuz war den beiden zu wenig. „Wir wollten in unserer Region noch mehr bewirken und haben das teilweise auch in Kooperation mit anderen Vereinen geschafft – allerdings konnten wir uns mit deren Zielen oft nur teilweise identifizieren. Und so kam uns beim Wandern auf den Ötscher die Idee, einen eigenen Verein zu gründen, der sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung in schwierigen Situationen zu unterstützen“, erzählt Obmann Manuel Haselsteiner von den Anfängen des Vereins „Sirius“.

Auch die Namensfindung damals war speziell. „Wir sind nach dem Wandern zusammengesessen und haben nach einem passenden Namen gesucht. Dabei blickten wir auf den Sternenhimmel und haben gegoogelt, wie der hellste Stern heißt. Wir wollten so ein heller Stern der Hilfe und Unterstützung für das Kleine Erlauftal sein“, ergänzt Obmann-Stellvertreter Leo Heindl.

Inzwischen begeht der Verein sein zehnjähriges Jubiläum. Coronabedingt ohne große Feier – so wie auch die Leopold-Preisverleihung nicht im Rahmen einer Gala, sondern nur im kleinen Kreis (vor dem zweiten Lockdown) im Sirius-Vereinslokal Luger in Wang stattfand. „Ganz ehrlich. Das ist uns fast lieber. Wir wollen gar nicht so sehr im Rampenlicht stehen. Das ist wie bei unseren Hilfsprojekten. Da geschieht vieles im Schatten der Öffentlichkeit“, sagt Haselsteiner.

Unbürokratische und schnelle Hilfe

Von Beginn an arbeitete der Verein mit kleinen Strukturen, um unbürokratisch und schnell helfen zu können. „Leute, die Hilfe brauchen, müssen sich bei uns melden. Wir schauen uns die Situation vor Ort an und beraten in unserem Vorstandsgremium den Fall. Der Beschluss, zu helfen, muss dann auf alle Fälle einstimmig erfolgen“, erzählt Haselsteiner. Nur kleinere Spenden bis zu 2.000 Euro können Obmann, Obmann-Stellvertreter und Kassier (Andreas Wolkenstein) auf schnellem Weg direkt beschließen.

Dass die Grundsätze des Vereins – S elbstlos, I ndividuell, R ücksichtsvoll, I ntuitiv, U nabhängig, S eriös – stimmen, zeigt das Vertrauen, das Sirius in der Region genießt. „Wir arbeiten von Beginn weg eng mit regionalen Betrieben und Gemeinden, anderen Vereinen und Privatpersonen zusammen. Aber wir konzentrieren uns wirklich auf die Hilfe in unserem Pfarrgebiet – sprich die Gemeinden Steinakirchen, Wolfpassing und Wang“, schildert Heindl.

NÖN-Chefredakteur-Stellvertreterin Eva Hinterer und NÖN-Redaktionsleiter Christian Eplinger überreichten Manuel Haselsteiner (Mitte) den Leopold in der Kategorie Engagement.
Erich Marschik

Schon nach einem Jahr übersprang der Verein die 100-Mitglieder-Grenze. Mittlerweile hält Sirius bei 324 Mitgliedern und hat 101 Projekte umgesetzt. Der Höhepunkt war die Stammzellen-Typisierungsaktion 2017 am Steinakirchner Sportplatz. 1.364 Spender – mehr als vier Mal so viel als im Durchschnitt bei solchen Aktionen – ließen sich dabei typisieren. Drei Spender davon wurden inzwischen bereits zu Lebensrettern.

„Dass sich unser Verein so gut entwickelt und vor allem auch so lange hält, hätten wir uns bei der Wanderung auf den Ötscher nie erträumen lassen“, gesteht Manuel Haselsteiner.

Übrigens: Die einzigen Kosten, die vom Verein getragen werden, sind die Hosting-Kosten für die Homepage, deren Erstellung selbst auch nichts gekostet hat. Das war ein Geschenk der Firma Deckweiß. „Bei uns kommt kein Cent einer Spende für irgendwelche Ausflüge, Sitzungen oder Getränkeeinladungen weg. Wir zahlen uns alles selber“, nennt Haselsteiner ein weiteres Grundprinzip des Vereins.

http://www.verein-sirius.at