Einzigartig: NÖN-Leopold für Autismuszentrum Sonnenschein

1.800 bis 2.000 Kinder und Jugendliche mit Behinderung werden im 1995 gegründeten Ambulatorium Sonnenschein in St. Pölten jährlich betreut. Das sozialpädiatrische Zentrum verbindet Diagnose, Beratung und Therapie unter einem Dach. Vor sechs Jahren kam auf Betreiben der ärztlichen Leiterin Sonja Gobara das Autismuszentrum Sonnenschein hinzu. Sie nahm den NÖN-Leopold in der Kategorie "Engagement" entgegen.

Erstellt am 17. November 2021 | 05:23

Ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind von Autismus betroffen. „Wir sprechen hier von einem Spektrum vom schwerst betroffenen Kind bis hin zu Erwachsenen – mit Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation“, erklärt die Gründerin des Autismuszentrums Sonnenschein Sonja Gobara bei der Übergabe des NÖN-Leopold.

Trotz des häufigen Auftretens dieser Erkrankung sei die Versorgung in Österreich dürftig und das Zentrum in St. Pölten einzigartig. „Das ist schade“, bedauert Gobara, denn der Autismus hat eine rein österreichische Geschichte. Beide Erstbeschreiber waren Österreicher, Leo Kanner und Hans Asperger. „Leider ist die Versorgung der Kinder mit kostenfreien Diagnostik- und Therapieplätzen nicht in einem ausreichenden Ausmaß seit deren Entdeckung mitgewachsen“, erklärt Gobara.

Das Angebot im Autismuszentrum, das in der Kategorie „Engagement“ ausgezeichnet wurde, stellt eine Erweiterung des Angebots im Ambulatorium Sonnenschein dar. Alle drei Jahre wird der Fördervertrag für das Ambulatorium neu verhandelt: „Da helfen uns solche Auszeichnungen“, betont Gobara. Rund 50 Therapeuten und Ärzte arbeiten dort in einem interdisziplinären und multiprofessionellen Team zusammen.

Der Ärztemangel macht aber auch vor diesen Einrichtungen nicht Halt: „Wir haben keinen Nachwuchs. Wir bräuchten aber dringend Unterstützung in der Entwicklungsdiagnostik, Sozial- und Neuropädiatrie“, beklagt die ärztliche Leiterin der Zentren, die mit ihrem Angebot ein großes Einzugsgebiet vom Bezirk St. Pölten über Lilienfeld bis zu Krems und Melk betreut.

„Auszeichnungen helfen uns“

Die Freude über die Auszeichnung mit dem NÖN-Leopold ist groß. „Wir haben es als Team geschafft, uns in der Fach-Community einen guten Ruf zu erarbeiten“, betont Gobara. Autismus in seinem ganzen Spektrum sei nicht selten, ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen.

In beiden Zentren wird interdisziplinär und multiprofessionell gearbeitet. Angeboten werden alle Fachbereiche, von Medizin über Physiotherapie bis zu Logopädie, Ergotherapie und Musiktherapie.

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